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Motorradtour 2016 – Nordspanien

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Freitag, 27. Mai 2016 – Von Lourdes nach Pamplona

Kilometer 1526
Meine Ungläubigkeit von gestern bekomme ich gleich heute früh zu spüren. Mein rechter Arm, speziell der Ellenbogen mit dem ich gestern den Felsen der heiligen Grotte berührt habe schmerzt den ganzen Tag auf unerklärliche Weise. Habe keine Ahnung warum.
Beim Packen im Campingplatz spricht mich ein Deutscher an. Der hat mein Nummernschild des Mopeds gesehen und kommt zielsicher auf mich zu. Es stellt sich heraus dass er nicht nur ebenfalls aus Schwäbisch Hall kommt sondern früher im selben Verein wie ich Fussball gespielt hat – wie klein die Welt doch ist. Er ist Rentner und fährt mit dem Wohnmobil und seiner Frau mehrere Monate in den Süden.
Über diverse Pässe der Pyrenäen führt der Weg heute von Frankreich nach Spanien. Dass man in Spanien angekommen ist merkt man spätestens an den besseren Straßen und den weißen Häusern. In Frankreich sind viele Häuser aus Naturstein gebaut und nicht verputzt. Kurz vor Pamplona, dem Tagesziel mache ich noch Rast an einer Kreuzung die den Jakobsweg passiert. Von hier sind es noch 740 km bis Santiago de Compostela, dem Ziel des Jakobswegs. Treffe hier den Nürnberger Helmut. Der ist mit dem Fahrrad auf dem Jakobsweg unterwegs und an seiner 2. Tagesetappe auch durch meine Heimatstadt Schwäbisch Hall gefahren. Auch ne Gruppe junger Wanderer aus dem Osten Deutschlands macht hier Rast. Denen gebe ich mich nicht zu erkennen.
Über AirBnB habe ich in Pamplona ein Zimmer für 15.- Euro gebucht. Der spanische Vermieter Giorgi ist jedoch nicht zu Hause bei meiner Ankunft. Seine Schwester aber wartet zur Schüsselübergabe auf mich. Leider muss sie gleich los und hat keine Zeit mir die Stadt zu zeigen. Also mach ich mich selbst auf in die Innenstadt. Heute ist Wochenende, das Wetter ist gut und es ist warm. Da sitzen viele junge Leute auf der Straße zum Biertrinken. Das und Snacks zum Essen holt man sich in den umliegenden Kneipen und Fastfood-Läden. Hab ich so auch noch in keiner Innenstadt gesehen.


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Samstag, 28. Mai 2016: Von Pamplona über San Sebastian und Bilbao nach Santillana del Mar

Samstag, 28. Mai 2016 - Von Pamplona über San Sebastian und Bilbao nach Santillana del Mar

Kilometer 1898
Meinen Gastgeber Giorgi habe ich auch heute früh bei der Abreise nicht gesehen. Bin allein in seinem Apartment. In einer Bar gegenüber bestelle ich ein desayuno (Frühstück) und belade anschließend wieder die Aprilia. Das Navi führt mich zielsicher in anderthalb Stunden in die Küstenstadt San Sebastian. Mache einen kurzen Stop am Strand und anschließend auf dem Monte Igueldo, einem nahen Berg von welchem man eine Tolle Aussicht auf die Stadt und das Meer genießen kann. Viel Zeit bleibt jedoch nicht. Ich will noch weiter in das Baskenland nach Bilbao. Die Fahrt führt meistens an der schönen Steilküste des Atlantik entlang. Nachmittags um drei bin ich dort. Auch hier nur ein kurzer Stop an der Uferpromenade des Rio Nervion. Leider habe ich zu wenig Zeit die Innenstadt näher anzusehen oder das Guggenheim Museum zu besuchen.
Das Tagesziel nahe Santander fahre ich dann auf der Autobahn an. Denn erstens kosten die im Baskenland keine Maut und zweitens kommt mir ein starkes Gewitter mit viel Regen entgegen. Untergekommen bin ich dann ein paar Kilometer weiter in Santillana del Mar für 20.- Euro in einer Pension. Denn bei dem Regen ist nix mit Zelten.
Das Städtchen hat nur 4200 Einwohner und besitzt eine jahrhundertealte Altstadt mit der Colegiata de Santillana del Mar (Stiftskirche der Hl. Juliana, Sant Iuliana - Santillana), die der Stadt ihren Namen gegeben hat, sowie zahlreichen Handelshäusern und Palästen. In der gesamten Altstadt herrscht absolutes Fahrverbot. Ne Kneipe um das Champions League Endspiel zu sehen habe ich auch noch gefunden!


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Sonntag, 29. Mai 2016 - Von Santillana del Mar nach Santiago de Compostela

Kilometer 2361
Nachdem mir vorgestern schon einige Jakobsläufer (Ossi's) und Jakobsradfahrer begegnet sind werde ich heute zum Jakobsmotorradfahrer. Denn das Tagesziel ist 437 km entfernt und heißt Santiago de Compostela. Ohne Autobahn sind das zwar nur 50 km mehr, aber zeitlich anstatt 4,5 Stunden stolze 8 Stunden Fahrt. Da die Autobahnen im Baskenland nichts kosten und malerisch schön an der Küste entlangführen nehme ich die heute Vormittag. Außerdem ist das Wetter immer noch unbeständig. Der letzte Streckenabschnitt nach Santiago führt dann über eine Schnellstraße. Je näher man dem Ende des Jakobswegs kommt desto mehr Pilger sieht man selbst entlang der Schnellstrßen laufen. Um 15:30 Uhr erreiche ich schon Santiago de Compostela. Das Navi lotst mich wie immer zielsicher in die Innenstadt wo mein zuvor gebuchtes Azabache Hostel ist. Das befindet sich jedoch in der Fußgängerzone wo ich eigentlich nicht reinfahren darf. Aber was heißt schon eigentlich - ich muss dorthin. Also fahre ich rein und komme letztlich auf dem Platz "Praza Do Obradoiro" zum stehen. In der Mitte dieses Platzes ist der Nullpunkt des Jakobswegs durch eine Muschel symbolisiert. Die Leute schauen mich alle komisch an weil ich mit dem Motorrad da reingefahren bin. Viel Zeit zum Überlegen habe ich nicht dann keine 2 Minuten später stehen die Bullen neben mir und schnauzen mich an (verstehe kein Wort). Hoffentlich verhaften die mich nicht. Mit viel Mühe und ein paar Brocken spanisch kann ich denen glaubhaft machen, daß mich das Navi hierhergelotst hat und ich mein Hostel nicht finden kann. Die Situation entspannt sich und die Cops bieten mir an vorauszufahren um mich zu meiner Unterkunft zu bringen. Da sage ich nicht nein. Und mit Polizeiskorte beginnt ne Irrfahrt durch die Gassen von Santiago. 15 Minuten später sind wir am Azabache Hostel. Jetzt Gepäck abladen und dann nichts wie raus mit der Karre aus der Innenstadt, so lautet die letzte Anweisung. Und die wird auch befolgt. "Alles klar" und "muchos gracias" und schon sind die Bullen auch wieder weg.
Santiago de Compostela ist ein heiliger Ort da hier die Gebeine einer der zwölf Jünger Jesu liegt, die des "Jakobus der Ältere". Der Legende nach ging er gleich nach Christi Himmelfahrt in die römische Provinz Hispanie, das heutige Spanien um dort zu missionieren. Ne tolle mittelalterliche Innenstadt mit vielen hierhergekommenen Pilgern. Habe noch nie so viele glückliche Menschen gesehen! Kein Wunder, nach der Plage hierherzulaufen und endlich am Ziel zu sein.


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