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World-Tour 2019 – Malaysia

Tag 1, Montag 14.10.2019 – endlich geht’s los!

Nach langer Vorbereitungszeit ist es heute endlich soweit. Die zweite Etappe der geplanten Weltumrundung wird in Angriff genommen. Und die soll genau dort beginnen, wo die erste Etappe vor knapp zwei Jahren endete: in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Zur unchristlichen Zeit um halb fünf Uhr früh muss ich aufstehen um den ersten Zug um 5:18 Uhr von Hessental über Stuttgart zum Fernbahnhof nach Frankfurt zu bekommen. Ich hätte auch locker noch eine Stunde später fahren können – aber daß die Bahn einmal pünktlich ist wenn ich sie brauche, darauf will ich mich nicht verlassen. Mein Mieter Reinhard fängt extra heute früher an zu arbeiten und setzt mich dankenswerterweise am Bahnhof ab.
Im Zug treffe ich auf einen weiteren Bekannten vom Ort, der mich auch hätte mitnehmen können – wenn ich’s gewußt hätte. Irgendwie ist es bei der Bahn so, daß wenn man viel früher fährt als geplant, dann kommen die Züge auch pünktlich an – so auch heute!
Die Flüge mit Emirates über umsteigen in Dubai nach Kuala Lumpur in Malaysia verlaufen auch reibungslos.

 

Tag 2, Dienstag, 15.10.2019 - von der Schwierigkeit ein Hotel zu finden, das es eigentlich nicht gibt

Schlau wie ich bin (dachte ich), buchst du dasselbe Hotel wie vor zwei Jahren in KL. Die Buchung hat eigentlich auch geklappt. Jedenfalls kam ein Bestätigung von booking.com. Bei genauerem Hinsehen und Vergleich der alten Adresse mit der jetzigen Buchung fällt mir auf, daß es im Stadtteil Bukit Bintang zwei "ZEN-Hotels" mit demselben Namen gibt. Und natürlich habe ich das falsche gebucht. Nicht weiter tragisch, die Adresse steht drauf und auf der App Maps.Me sind beide eingetragen. Die 30km Fahrt mit dem KLIA-Express Zug für umgerechnet 12 Euro vom Flugplatz bis zum Zentralbahnhof KL-Sentral ist schnell in 30 Minuten abgefahren. Auch die Monorail für 80 zur Haltestelle "Imbi" geht schnell. Hundert Meter weiter von hier sollte das ZEN sein. Die Navi-App Maps.Me lotst mich auch schnell dorthin. Leider habe ich keinen großen Rucksack dabei sondern meine große Motorradtasche, bis zum Rand gefüllt mit Motorradbekleidung, Helm, Stiefeln, Klamotten und sonstigem Gepäck. Die wiegt locker 20 kg. Dazu kommen noch 5 kg Handgepäck. Da kommt man schon nach wenigen Metern gut ins schwitzen bei über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Angekommen am Ort wo das ZEN sein sollte, ist es natürlich nicht. Ich frage Händler, Passanten und Hoteliers - keiner kennt es. Nicht mal die Taxifahrer, und die wissen eigentlch alles. Also marschiere ich die lange Jalan Bukit Bintang Strße hoch und runter um die Hausnummer 85 zu suchen - auch das erweist sich schwierig, wenn keine angeschrieben sind. Irgendwann lese ich dann auf der Buchung, daß es gegenüber dem Golden Brick Hotel sein soll. Mittlerweile bin ich total naßgeschwitzt bis auf die Haut. In einem der vielen Hotels kennt schließlich doch jemand das Golden Brick gegenüber der Straßenseite. Es ist im zweiten Stock eines Gebäudes, ein Schild es zu finden hat es aber nicht. Und im Golden Brick sagt mir die Rezeptionistin dann, daß das Golden Brick auch das ZEN-Hotel ist, nachdem ich jetzt über eine Stunde lang gesucht habe - Toll!!! Und das Golden Brick selbst hat auch kein Schild an der Straße. Aber selbst wenn es eines hätte - in Asien siehst du vor lauter Schilder den Schilderwald nicht.
Am Abend treffe ich mich mit dem Schweizer Philip. Der ist in etwa so alt wie ich und lebt schon seit etwa zwanzig Jahren meistens hier in KL. Er hat mich vor zwei Jahren hier an der Ampel mit seiner Kawasaki Versys abgefangen als ich eingetroffen bin. Ich habe ihn vorige Woche kontaktiert und ein Date zum Biertrinken für heute ausgemacht. Er hat früher für Siemens Bahnprojekte geleitet, ist jetzt aber selbstständig, macht das besser als Siemens und kann sich mit seiner kleinen Firma nicht vor Aufträgen retten.

 

 Tag 3, Mittwoch, 16.10.2019 - Sightseeing in Kuala Lumpur

Eigentlich habe ich mich heute schon gefreut das Motorrad abzuholen. Aber am Morgen kommt eine WhatsApp Nachricht von meinem Agenten Yap Rix von Korchina Logistics reingeschneit: sie holen die BMW erst heute vom Zoll und bringen sie in ihr Lagerhaus. Für heute Nachmittag wird das also zu knapp. Ich soll morgen früh vorbeikommen. Also noch einen Tag auf die "geliebte" Bayerin warten. Gesehen habe ich hier eigentlich schon fast alles, es ist immerhin mein 4. oder 5. Besuch in KL. Aber das Wetter ist schön heute morgen und den ganzen Tag herumhängen bringt ja auch nichts. Also marschiere ich den knappen Kilometer zum Fernsehturm rüber und fahre zur Aussichtsplattform hoch. Obwohl das Wetter wegen der hohen Luftfeuchtigkeit diesig ist, hat man doch einen tollen Block über die Stadt. Und die Petronas Twin Tower sind zum Greifen nahe. Eine Stunde später laufe ich dann hinunter in die Innenstadt zum Sultan Abdul Samad Building. Im arabischen Stil gebaut weckkt es schon Erinnerungen an 1001 Nacht. Die Zeit vertreiben kann man sich hier gut im Zentralmarkt oder in der Chinatown rund um die Jalan Petaling Straße. Wie gestern auch, gewittert es am Spätnachmittag und der Regen prasselt unaufhörlich darnieder. Am Abend treffe ich mich mit dem Deutschen Timo W. Den habe ich vor vier Jahren in Thailand kennengelernt. Er ist damals auch mit seinem Motorrad von Deutschland nach Südost-Asien gefahren. Nur - er ist immer noch hier. Ist er doch mit ca. 50 schon Rentner und kann ständig unterwegs sein. Wir trinken in Chinatown zwei Bier und werfen einen Happen ein. Anschließend marschieren wir Richtung Bukit Bintang, wo mein Hotel liegt, und nehemn noch zwei weitere. Später gesellt sich wieder Philip zu uns. Und so wird es wie gestern wieder 2:30 Uhr bis ich endlich zu Bett komme.

 

Tag 4, Donnerstag, 17.10.2019 - Wiedersehen mit der Bayerin

Irgendwie ist es heute wie an Weihnachten. Denn die Vorfreude ist groß nachdem mir mein Disponent Yap Rix gestern mitgeiteil hat, daß ich die Bayerin heute holen kann. Trotz der gestrigen Kneipentour schaffe ich es um 9 Uhr wegzukommen und mit dem Zug nach Klang zu fahren. Am Bahnhof holt mich der Fahrer ab, den Yap bestellt hat. Wir fahren zum Office von Korchina Logistics wo ich Yap zum ersten Mal begegne. Er ist Mitte 20, trägt ein weißes, glattgebügeltes Hemd und glänzende Schuhe. Eben so, wie man sich einen Disponenten vorstellt. Yap erklärt mir, daß jetzt 2 Stunden Mittagszeit ist, wir also erst am Nachmittag zum Warehouse fahren können, um mein Bike abzuholen. Also sitzen wir zwei Stunden in einem Restaurant herum und schlagen die Zeit tot. Er bezahlt sogar die Rechnung. Kurz nach zwei Uhr holt mich wieder ein Fahrer ab und bringt mich nach Klang zum Lagerhaus. UND: Sofort erkenne ich die liebevoll zusammengezimmerte Kiste wieder, mit der ich mehrere Abende zu Hause in der Garage verbracht habe. Aber etwas ramponiert sieht sie schon aus. Ich hätte vielleicht doch ne Schleife drumherum binden sollen - dann wäre mein persönliches, vorgezogenes Weihnachtsgeschenk an mich besser zur Geltung gekommen. Die Mitarbeiter des Lagerhauses machen sich auch gleich ans Werk mit großen Hebeleisen die Kiste (unsauber) zu demontieren. Und tatsächlich steht da drin die BMW. Genauso, als hätte ich den Deckel erst gestern drauf gemacht. Das Auspacken und wiedermontieren dauert dann doch etwa anderthalb Stunden. Speziell das Windschild macht Mucken und kostet mich alleine ne halbe Stunde Montage. Irgendwann ist dann doch alles montiert und auch die Koffer, Topcase, Tankrucksack und Ersatzkanister wieder angebracht, und die Batterie angeschlossen, sodaß ich losfahren kann. Die malaysischen Lagerarbeiter besorgen sogar noch 10 Liter Sprit. Und die Karre springt tatsächlich auf den ersten Drücker an! Aber halt - wo sind die Papiere? Die Bürodame des Lagers gibt mir alles zurück was sie hat, nur das Carnet de Passage fehlt! Und das hat mich 2500 Euro Kaution gekostet! Und ohne dieses Papier komme ich auch nicht raus aus Malaysia. Auch der telefonisch kontaktiert Yap Rix weiß nicht, wo sich das Papier gerade befindet. Er stellt morgen Nachforschungen an, sagt er. Da muss ich wohl morgen nochmals nach Klang hinausfahren ...
Eine ganz überaschende Nachricht per Messenger habe ich heute Mittag auch noch bekommen. Der Franzose Huga hat sich gemeldet. Er und seine Freundin Emeline waren auch in meiner Chinareisegruppe von vor 2 Jahren. Sie haben ihren Land Rover von Japan nach Kuala Lumpur verschifft und sind jetzt auch hier! Noch jemanden mehr hier den ich kenne! Eigentlich wollte ich gleich auf der Rückfahrt bei denen Halt machen. Doch am Spätnachmittag zieht wieder, wie die letzten beiden Tage auch, ein tropisches Gewitter auf. Also beschließe ich direkt nach KL zurückzufahren. Jetzt rächt es sich, daß die Jungs von Korchina Logistics den ganzen Tag verschlafen haben. Das muss ich jetzt büßen. Denn es beginnt aus Kübeln zu regnen, wie ich es selten hier erlebt habe. Innerhalb kurzer Zeit bin ich trotz Regenkombi naß bis auf die Haut. Immer wenn der Regen zu stark ist, halte ich unter einer Brücke an und geselle mich zu den anderen Mopedfahrer die hier schon ausharren. Zu allem Überfluß funtioniert mein Navi mit den Open Street Maps auch nicht wirklich gut bei Nacht und Maps.Me auf dem Handy kann ich bei dem Regen nicht gebrauchen. Und so dauert die Rückfahrt nach KL mit Regenpausen gute drei Stunden. Das einzig gute an dem Wetter ist, daß der Regen warm und nicht kalt ist.
Und auch heute Abend treffe ich mich wieder mit einem guten Freund. Michael ist heute Abend eingeflogen weil er die nächsten Tage hier beruflich zu tun hat. Ich muß wirkliche schauen, daß ich den Absprung von hier schaffe bevor noch mehr Leute reingeschnet kommen.

 

 Tag 5, Freitag, 18.10.2019 - Wiedersehen mit Emeline & Hugo

Gestern Nacht hat mich noch ne gute Nachricht erreicht: Yap Rix hat mein Carnet wiedergefunden. Es liegt noch im Büro von Korchina, wo ich es abholen kann. Daß ich heute wieder naß bis auf die Haut werde, soll keinesfalls passieren. Also stehe ich um acht Uhr auf und fahre um neun Uhr los auf die Autobahn ins 35 km entfernte Klang. Ohne Koffer bei Tageslicht und schönem Wetter mit funktionierendem Navi dauert das nur ne knappe Dreiviertelstunde. Yap ist nicht da, aber sein Boss John. Der gibt mir das ach so teuere Papier zurück und lädt mich auf einen Kaffee ins Starbucks ein (das mindeste was er tun kann). Wir plaudern eine halbe Stunde über dies und das. Auch die Jungs von Korchina beklagen sich über den zurückgehenden Welthandel, für den Sie Donald Trump verantwortlich machen.
Mein nächster Stop ist nur ein paar Kilometer weiter im "Talents Motor Park Hostel". Ich komme gerade noch rechtzeitig an um Emeline & Hugo aus meiner Chinareisegruppe von vor zwei Jahren noch anzutreffen. Denn die sind grade am zusammenpacken und wollen bald los Richtung Norden. Ihre Route zurück nach Frankreich soll über Thailand, Myanmar, Indien, Pakisten, Iran und die Türkei gehen. Nächstes Jahr im Sommer wollen sie zurück sein. Jedenfalls ist die Freude groß sich nach genau zwei Jahren mal wiederzusehen, wenn auch nur für eine Stunde.
Und mein letzter Stop für heute ist noch ein paar Kilometer weiter am Fährhafen von Port Klang. Von dort legen die Personenfähren nach Tanjung Balai in Sumatra (Indonesien) ab. Fähren für Autos, LKWs oder Busse gibt es nicht. Die Personenfähren können aber 2-3 Motorräder mitnehmen und lassen sich dieses Monopol gut bezahlen. Aber es hilft nichts - ich muss da rüber. Und morgen früh um halb zwölf geht das Speed Boat. kurz vor neuen Uhr soll ich da sein, sagt die freundliche Dame am Schalter. Denn ich muss nicht nur Immigration machen, sondern das Motorrad muss auch wieder durch den Zoll und das Carnet abgestempelt werden.
Um halb drei bin ich dann wieder zuurück in KL, grade noch rechtzeitig vor dem ersten Regenschauer heute. Da kannst du fast die Uhr danach stellen wann es hier täglich zu regnen beginnt. Heute Abend werde ich mich nochmals mit Michael und seinem Kollegen treffen auf ein Abschiedsbier. Vielleicht kommt Philip auch noch dazu.

 

Tag 1, Montag 14.10.2019 - endlich geht's los!

Heute

 

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