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World-Tour 2019 – Indonesien (Bali und die kleinen Sundainseln)

Tag 29 Montag, 11.11.2019 – Werkstatt-Tag (km 5023)

Das Mucken der BMW an fast jedem Morgen und dem Nichtanspringen wollen muß ein Ende haben. So geht’s nicht weiter. Und wenn ich eine Werkstatt finden sollte, die das richten kann, dann hier in Denpasar. Denny Void aus Surabaya ist ein Bekannter der Surabaya-Bikergruppe, die ich gestern am Ijen kennengelernt habe. Der hat mir vorgeschlagen, die Werkstatt “Wastu Motor” um die Ecke des Kawasakihändlers in Denpasar anzusteuern. Und weil die Bayerin heute früh mal sofort starten will, fahre ich dorthin. die 10 Kilometer sind schnell abgefahren, aber den Wastu Motor finde ich erst nach Rückfragen an Denny. Die haben zwar einen Laden mit Mopedersatzteilen und Assecoires, sowie eine kleine Werkstatt, aber wirklich an die BMW trauen die sich nicht. Aber der Chef kennt eine Werkstatt in Sanur, etwa 10 km entfernt. Die heißt “Gede Wide Motor” und kann das wohl. Also lasse ich mich dorthin navigieren. Und tatsächlich finde ich den Laden recht schnell. Der ist zwar recht klein, macht für indonesische Verhältnisse aber einen sehr sauberen und aufgeräumten Eindruck. Immerhin ist der Boden weiß gefliest. D. h. wenn da mal ne Schraube runterfällt wird sie auch wieder gefunden. Der Chefmechaniker “Gede Paris Arsana” schaut sich mein Moped an und macht einen zuversichtlichen Eindruck, daß er den Vergaser ausbauen, reinigen und (hoffentlich) auch wieder richtig einbauen kann. Er und einer seiner Gehilfen machen sich auch gleich ans Werk. Im nu haben sie die Sitzbank runter und den Tank abgebaut und wenig später hat der Chefmechaniker den Doppelvergaser auch schon in der Hand. Das hat bis jetzt alles sehr professionell ausgesehen. Er holt ne größere, saubere Blechschüssel und zwei Schraubendreher und macht sich ans Werk, die Vergaser zu zerlegen – was ihm auch gelingt. Mit Reinigungsspray und Pressluft säubert er alle Teile um sie dann näher in Augenschein zu nehmen. Er meint, der Vergaser hat nichts. Das sieht alles gut aus und beginnt, alles wieder (richtig) zusammenzusetzen. Aber sein Kollege zeigt mir den ausgebauten Luftfilter. Und der ist schwärzer als schwarz, obwohl ich den vor der Reise gereinigt habe. Da sieht man mal, was in Indonesien auf den Straßen so alles an Dreck verwirbelt wird. Den reinigt er sorgfältig und baut ihn wieder ein. Also vermutlich lag es wohl nur an dem verdreckten Luftfilter, daß die Karre beim Starten nicht genug Sauerstoff bekam. Jedenfalls haben die Jungs in anderthalb Stunden ganze Arbeit geleistet und das Moped auch wieder zusammengebaut. Der Motor springt auch gleich an und der Chefmechaniker macht noch eine Probefahrt. Meine Erwartungen, daß ich als Ausländer hier abgezockt werde und einen horenten Preis bezahlen muß hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: die zwei Stunden Arbeit mit zwei Mechanikern hat mich 250.000 Rupies gekostet, also etwa 17 Euro! Da drücke ich jedem der Mechaniker nochmals 50.000 in die Hand, was dankend angenommen wird. Aber ob das Problem jetzt behoben ist, werde ich wohl erst morgen oder die nächsten Tage beim morgendlichen Anlassen sehen.
Gleich um die Ecke ist noch eine Autowaschanlage. Die kommt gerade recht. Denn die Bayerin hat mal wieder eine Vollwäsche nötig, damit sie sich wieder sehen lassen kann im hiesigen Straßenverkehr. Für 35.000 (gute 2 Euro) macht sich der “Waschboy” eine Ereiviertelstunde ans Werk. In mehreren Wasch- und Poliergängen sieht das Moped hinterher fast wie neu aus.

 

Tag 30 Dienstag, 12.11.2019 - Ruhetag am Meer (km 5023)

Heute bleibt die BMW tatsächlich mal komplett stehen und wird nicht bewegt. Aber nicht nur sie hat eine Pause verdient, auch ich muss mich vom Reisestress erholen. Außerdem sind heute einige Freunde hier in Bali angekommen mit denen ich mich unbedingt treffen will. Und so verbringen wir den Nachmittag am Strand von Kuta und den Abend gemütlich beim Essen und in einer Kneipe.

 

 Tag 31 Mittwoch, 13.11.2019 - Von Bali nach Lombok (km 5108)

Gerne hätte ich noch ein paar Tage mit meinen Freunden in Bali verbracht. Aber leider konnte mir nicht mal die Fährgesellschaft indonesianferry.co.id sagen, wann denn die Fähren von der Insel Flores nach Kupang in West-Timor fahren. Laut Internetseite kann man von Aimere und Ende je 1x die Woche fahren und von ganz im Osten, in Larantuka, von wo es näher nach Timor ist, sogar 3x die Woche. Aber so ganz genau weiß das niemand. Also breche ich halt doch meine Zelte fürher als gewollt in Bali ab. Ich war immerhin schon dreimal früher hier und habe das wichtigste schon gesehen. Meine Freunde fange ich in deren Hotel beim Frühstück noch ab um "Tschüss" zu sagen und schwinge mich um halb zehn auf die BMW (die jetzt wieder gut anspringt). Bis ich jedoch den Stadtverkehr von Denpasar hinter mir habe, dauert es fast ne Dreiviertelstunde. Dann geht es wieter die Südostküste entlang ins etwa 50 km entfernte Padangbai, von wo aus die Fähren zur nächsten Insel Lombok ablegen. Nicht jedoch um vorher einen an der Straße liegenden balinesischen Tempel zu besuchen, in dem gerade eine Prozession stattfindet. Ein bisschen Kultur muss sein, hier in Bali. Um halb zwölf stehe ich vor der Zahlschranke zur Fähre. Der Zahlwärter will wissen wieviel Kubikzentimeter meine BMW hat. Ich sage 350 anstatt 650, wohlwissend, daß größere Motorräder wesentlich teurer in der Überfahrt sind, obwohl sie nicht mehr Platz wegnehmen und auch nicht wesentlich mehr wiegen. Aber nachprüfen kann und will der Beamte das nicht, also gibt's halt ein billiges Ticket für 125.000 Rupies.
Erstmal auf dem Schiff suche ich mir einen gemütlichen Platz in der klimatisieren VIP Lounge. Das ist wichtig für mich, denn ich sitze den ganzen Tag in Motorradklamotten in der sengenden Sonne. Da tut ein bisschen Kälte zur Erholung ganz gut. Neben mir sitzt der "Dutymanager" des Flughafens von Lombok. Ich komme schnell mit ihm ins Gespräch, denn er fährt eine Harley Davidson. Und die kann sich bestimmt nicht jeder in Indonesien leisten bei 250% Importzoll. Wohnen tut er auf Bali, dort wo auch die Harley steht. Einmal die Woche fährt er für 4-5 Tage nach Lombok mit dem Roller zur Arbeit. Er gibt mir auch ein paar Tipps für Lombok und wie ich weiter kommen kann. Mitten während der Überfahrt zieht der Himmel auf einmal zu und es wird pechschwarz. Gleichzeit frischt ein böiger, starker Wind auf. Es wird doch hoffentlich kein Untwetter mit Schiffburch geben! Vorsichtshalber schaue ich mich mal um, wo denn die Schwimmwesten zu finden sind. Doch meine Befürchtungen waren umsonst. Eine halbe Stunde später ist der Spuk wieder vorbei und nach insgesamt vier Stunden Überfahrt fährt die Fähre in den Hafen von Lembar ein. Ich fahre so ziemlich als letzter von Bord, denn ich musste die BMW in einer Nische platzieren, wo ich nicht leicht herauskomme.
Mittlerweile ist es 16:30 Uhr am Nachmittag und höchstens noch anderthalb Stunden hell. Da komme ich nicht wirklich weit. Also suche ich mir ein Hotel in der 25 km entfernten Hauptstadt Lomboks', Mataram. Es wird das Oyo. Das hat 8,9 von 10 Sternen und ist tip-top sauber. Ein Zimmer kostet auch nur etwa 11 Euro, also ein wirklich guter Treffer!
Restaurant haben die keines, aber fast um die Ecke ist ein Warung. Warungs sind kleinere Restaurants in Indonesien, in denen hauptsächlich Einheimische essen. Der Besitzer spricht mich in sehr gutem Englisch an. Und als er mitbekommt daß ich Deutscher bin, kramt er einige deutsche Sätze aus dem Ärmel. Er hat früher vier Jahre lang als Koch in Sydney gearbeitet, daher das gute Englisch. Und seine Schwester ist mittlerweile Deutsche und arbeitet schon 40 Jahre als Zahnärztin in Ramstein, daher die deutsche Ausdrücke. Er ist sehr wissbegierig und gesprächig. Denn ausländische Kundschaft hat er selten. Außerdem ist er sehr an mir und meinem Reiseunternehmen interessiert. Und er kann mir viele Tipps für Lombok, Sumbawa und Flores geben - eine Hand wäscht die andere. Da sein "Warung" und er moslemisch sind, gibt es natürlich keinen Alkohol. Doch er kann mir ein großes Bintang-Bier besorgen, sagt er, schwingt sich auf sein Moped und ist auch schon weg. Zehn Minuten später kommt er mit einer großen Flasche Bintang zurück und legt sie ins Gefrierfach, denn die ist warm. Warm deshalb, weil das Bier illegal von einem kleineren Shop gekauft wurde. Denn will man Alkohol in Indonesien verkaufen benötigt man eine teuere Lizenz. Und die haben die kleinen Läden nicht. Also steht das Bier halt ungekült im Hinterzimmer und kocht vor sich hin bei diesen tropischen Temperaturen. Und so komme ich nach diesem schweißtreibenden Tag doch noch zu meinem verdienten Feierabendbier.

 

Tag 32, Donnerstag, 14.11.2019 - Inselhopping von Lombok nach West Nusa Tenggara (km 5393)

Heute muß ich Kilometer machen, also wieder mal um halb sechs aufstehen, sodaß ich um sechs wegkomme. Habe ich gestern noch in höchsten Tönen vom Oyo Hotel gesprochen, so muß ich das wieder teils revidieren. Denn die Wasserpumpe ist kaputt. Sprich, Dusche und Wasserhahn sind tot. Die röcheln nur noch so vor sich hin. Der Nachtwächter versucht den Schaden zu reparieren, macht aber wohl eher noch mehr kaputt. Ich sage ihm, er soll mir einen Eimer mit Wasser füllen, denn unten im WC kommt es noch aus dem Hahn. Dann dusche ich ich halt so, wie das die meisten Indonesier täglich machen. Denn die haben keine Brause im Bad, sondern nur ein großes, gemauertes Wasserbassin aus dem sie Wasser mit einer größeren Plastikschöpfkelle nehmen und sich übergießen. Die wird hier "Mandi" genannt. Eine soche Mandi habe ich nicht, aber eine größere, blecherne Kaffeetasse - die tut's auch.
Und so komme ich trotzdem noch gleich nach Sonnenaufgang weg. Bis zur anderen, östlichen Seite der Insel Lombok sind es von hier nur etwa 70 km. Die sollten doch in zwei Stunden machbar sein. Die Fahrt führt immer am südlichen Rand des Gunung Rinjani entlang. Das ist ein riesieger Vulkan mit fast 4000 Metern Höhe. Er ist schuld daran, daß es die Insel Lombok überhaupt gibt, nimmt er doch bestimmt zwei Drittel der Größe der Insel ein. An seinem nordwestlichen Ausläufer befinden sich drei kleinere Inseln, die "Gili Islands". Die sind ein sehr begehrtes Touristenziel. Gerne wäre ich ein paar Tage geblieben, aber ich muß weiter. Außerdem war ich 1992 bei meinem ersten Besuch in Indonesien schon mal dort. Da hat sich bestimmt viel verändert. Heute früh ist eitler Sonnenschein und keine Wolke am Himmel zu sehen, die den Blick auf den imposanten Rinjani trüben könnte. Ein paar mal muß ich anhalten um den Fotoappareat herauskramen - eine echt tolle Kulisse.
Um halb neun komme ich dann auch schon am Hafen Labuhan Lombok im Osten der Insel an, genau rechtzeitig für die neun Uhr Fähre. Da kann ich sogar noch ein schnelles Frühstück einwerfen. Es gibt mal wieder Reis. Und heute sollte es nur Reise geben zu den Mahlzeiten. Eigenltich wollte ich Reis zum Frühstück vermeiden, aber manchmal geht's halt nicht anders wenn man unterwegs ist. Und die Einheimischen essen halt immer nur Reis. Fast pünktlich um neun legt die Fähre ab. Gleich nach Verlassen der Bucht kann man schon schemenhaft die Nachbarinsel Nusa Tenggara erkennen. Die Überfahrt dauert nur etwa eine Stunde. Auch hier gehe ich mal hoch zum Captain um HALLO zu sagen und eine paar Bilder zu machen. Wie gestern komme ich auch heute wieder mit einer interessanten Person ins Gespräch. Es ist der Yamaha-Manager der Insel auf die wir grade zusteuern. Er kann sehr gut englisch und was noch wichtiger für mich ist, er kennt die Insel aus dem FF. Er sagt mir, wie ich am Besten nach Sape im Osten komme und wo ich übernachten kann. Keinesfalls soll ich in der Hafen- und Industriestadt Bima anhalten. Schon gar nicht nachts. Möglichst schnell durchfahren, denn hier gibt's wohl viele Kriminelle - Danke für den Tipp!
Was mir gleich beim Verlassen der Fähre auffällt ist der Klimawechsel. War es in Java, Bali und Lombok noch tropisch heiß und sehr schwül, so ist es hier noch eine Spur wärmer, aber vor allem sehr viel trockener. Man sieht kaum grüne Bäume. Die Berge sind alle rostbraun und kahl. Und das Quecksilber meines Mopeds zeigt 40,4 Grad Celsius an. Da hilft wie immer nur die Supermarkt-Variante beim Motorradfahren. Also etwa eine Stunde fahren, dann an einem der zahlreichen Alfa- oder Indomart anhalten, in den klimatisierten Markt reingehen und ein Kaltgetränk zu sich nehmen. Möglichst direkt vor der Klimaanlage. Eine Viertelstunde später ist der Körper wieder auf Normaltemperatur und die Fahrt kann weitergehen. Was hier ganz besonders positiv zu erwähnen ist, sind nicht nur die guten Straßenverhältnisse, sondern auch der recht geringe Verkehr. Man kann hier tatsächlich mal 80-100 km/h ungefährlich fahren, man kommt also recht gut voran. Speziell das erste Teilstück führt meistens an der Küste entlang mit Blick aufs Meer. Da kann ich endlich mal meine Zusatzfußrasten auf den Sturzbügeln herunterklappen, die Beine hochlegen und gemütlich "cruisen". So ein entspanntes Fahren hatte ich noch nicht in Indonesien!
Die Unterkunft in Plampang, die mir der Yamaha-Manager vorgeschlagen hat, trifft nicht gerade meinen Geschmack. Die ist doch etwas schäbig und ungepflegt. Aber dreißig Kilometer weiter lotst mich Maps.Me in ein besseres Hotel in der Kleinstadt Empang Bawah. Das kann zwar bei weitem nicht mit dem Oyo von gestern mithalten, ist jedoch einigermaßen sauber und vor allem klimatisiert. Bei 40 Grad im Schatten auf dem Moped brauche ich das Nachts einfach um mich zu erholen. Auch heute Abend gestaltet sich das Suchen nach einem Feierabendbier schwierig. Denn hier leben halt nur Moslems, die keinen Alkohol trinken (dürften). Aber nach mehrmaligem Herumfragen lande ich beim hiesigen Getränkehändler. Und der hat noch genau eine große (warme) Flasche Bintang Bier im Regal stehen - MEINE!!!

 

Tag 33, Freitag, 15.11.2019 - Zur Nachtfähre nach Sape (km 5604)

Die Fähre von ganz im Osten Sumbawas, Sape, geht erst um 7 Uhr abends und bis dahin sind es nur gute 200 km. Der geringe Verkehr und die guten Straßenverhältnisse lassen auf eine Fahrzeit von maximal sechs Tunden schließen, also ist keine Eile geboten. Und so kann ich das im Hotelpreis inbegriffene Frühstück nehmen - es gibt mal wieder Reis! Morgens Reis, mittags Reis und abends Reis - was "reist" denn da ein? Irgendwann kannst du die weißen Körner nicht mehr sehen und wünschst dir ein T-Bone Steak mit Kartoffeln (selbst zum Frühstück) oder einfach nur eine italienische Pasta. Aber gut, so habe ich es gewollt und bekommen. Und ich wußte im voraus, was mich hier erwartet. Das Motorrad springt seit der Inspektion schnell und problemlos an und um halb acht bin ich auch schon auf der Hauptstraße Richtung Bima unterwegs. Den Weg verfehlen kann man eigentlich nicht, denn es gibt nur eine Straße. Und gibt es doch mal einen Abzweig, so ist der meist in schlechtem Zustand oder gänzlich unbefestigt. Um diese Zeit morgends ist es hier noch recht kühl. Es hat "nur" etwa 30 Grad, also noch auszuhalten. Die Strecke führt anfangs wie gestern ständig am Meer entlang, später dann ins Landesinnere. Am späten Vormittag erreiche ich die "gefährliche" Hafenstadt Bima. Von Gefahr  ist jedoch nichts zu erkennen und ich komme gut und relativ schnell durch. Außer an den Ampeln halte ich auch nirgends. Genau um Mittag erreiche ich Sape und will gleich zum Pier fahren um ein Ticket für die Fähre nach Flores zu kaufen. Doch der Weg ist versperrt. Denn kurz vor dem Pier ist eine Moschee. Und in der haben sich grade alle Muslime zum Freitagsgebet versammelt. Eine Stunde später ist der Spuk dann vorbei und die Straße wieder passierbar. Tickets gibt's aber erst um 16 Uhr. Dann suche ich mir halt ein Zimmer am Hafen um zu duschen und aus den Motorradklamotten rauszukommen. Während der nächtlchen Fährfahrt will ich die nicht anhaben. Punkt 16 Uhr stehe ich auf der Matte am Ticketschalter. Diesmal kann ich nicht "bescheißen" wie von Java nach Bali und muß den Preis für ein "großes" Motorrad bezahlen - 350.000 Rupies, also etwa 22 Euro. Boarding ist ab 17 Uhr und um 18:30 Uhr legt die Fähre dann ab. Außer mir sind noch zwei andere Europäer an Bord. Ein Däne und eine Holländerin. Die sind mit dem Fahrrad hierhergefahren und wollen auch nach Australien weiter. Allerdings komplett ohne Flug. Das wird schwierig von Indonesien nach Australien! In der günstigsten Klasse liegen die Passagiere unter Deck in Dreistockbetten zusammen mit ihren Hühnern und sonstigen Habseligkeiten. Ich verziehe mich in den klimatisierten VIP Raum, nehme drei Sessel auseinander, lege die Polster auf den Boden und mich darauf schlafen!

 

 Tag 34, Samstag, 16.11.2019 - Ankunft in Labuhan Bajo in Flores (km 5897)

Die Fahrt heute Nacht führt nördlich von vielen kleineren und größeren Inseln vorbei. Von den größeren sind die Inseln Komodo und Rinca besonders hervorzuheben. Denn dort gibt es die letzten Dinosaurier der Erde, die Komodowarane. Die werde ich mir vor allem aus Zeitgründen nicht noch einmal anschauen können, denn ich war 2013 schon mal hier gewesen. Mit einer Größe von bis zu 3 Metern und einem Gewicht von über 70 kg ist er die größte Echse der Welt und reißt sogar Hirsche und Wildschweine (gelegentlich auch Menschen).
Um halb zwei morgends werden alle Fahrgäste aus dem Schlaf gerissen, denn wir haben die Hafenstadt Labuhan Bajo erreicht. In der ersten Unterkunft, die ich sehe, lasse ich mich nieder. Es ist das "Green Hill Bedstation" Hostel. Also die verbleibenden Stunden heute mal eine Nacht in einem Mehrbettzimmer. Ist aber nicht tragisch da ich der einzige Gast in dem großen Schlafraum bin. Um sieben bin ich aber schon wieder wach, denn um halb acht will der Engländer Steve vorbeikommen. Er hat sich auf meinen Aufruf im Internet gemeldet, bei welchem ich Mitbenutzer eines Containers für die Überfahrt des Motorrads von Osttimor nach Australien gesucht habe. Der Steve ist sogar noch drei Jahre älter als ich und seit fünf Monaten von England bis hierher unterwegs - alle Achtung! Er will heute früh die erste von zwei Tagesetappen auf Flores, weiter Richtung Osten, in Angriff nehmen. Ich sage ihm, ich brauche noch ne Mütze Schlaf und komme später nach.
Um 10 Uhr komme ich dann auch los. Auch hier in Labuhan Bajo wäre ich gern noch ein paar Tage geblieben. Denn es ist ein Touristenort und man kann vieles unternehmen: Schnorcheln, Tauchen, Bootstouren nach Komodo, Wasserfälle und Höhlen besichtigen. Aber ich muß wie immer weiter und weiter ...
Bevor ich auf den Highway einbiege steht noch ein Tankstopp bevor. Denn man weiß nie, wann die nächste Tanke kommt. An den Tankstellen ist das hier immer so eine blöde Situation: es gibt massig Zapfsäulen, aber immer nur eine wo Zweiräder tanken dürfen. Und bei den vielen Mopeds hier im Straßenverkehr bildet sich immer eine lange Schlange. Manche Indonesier interessiert das nicht und wollen sich partout nach vorn drängeln. Einen mußte ich doch lautstark verbal in die Schranken weisen. Mein deutsch hat er bestimmt nicht verstanden, aber der Ton macht die Musik. Und so hat er sich weider nach hinten getrollt mit seinem alten, klapprigen Roller.
Gleich hinter Labuhan Bajo führt der Highway derart steil in die Berge hinauf, daß ich manchmal in den ersten Gang schalten muß. Vor allem die vielen Kehren sind so steil, daß man keinesfalls anhalten sollte. Aber die Landschaft und die Bergwelt ist saftig grün und echt toll anzusehen. Also das krasse Gegenteil zur letzten Insel Sumbawa, die furztrocken ist und einer Mondlandschaft gleicht. Am späten Mittag erreiche ich die Provinzstadt Ruteng, wo ich Mittag machen will. Immer wenn ich in einer Stadt fahre, fahren ein paar Roller neben mir her um mir ein Gespräch reinzudrücken während der Fahrt. Das kann ich beim Fahren überhaupt nicht gebrauchen. Dem heute Mittag sage ich, er soll die Klappe halten und mir lieber zeigen, wo ich einen "Rumah Makan", also ein Restaurant, finde. Und das macht der dann auch. Weitere drei Stunden später nach tausenden Kurven und Kehren erreiche ich den Küstenort Aimere. Auch die Unterkunft die Steve vorgebucht hat finde ich schnell. Aber die ist bei weitem nicht so toll wie es den Anschein in booking.com hat. Wirklich schöne Hütten am Strand. Aber total überteuert, ohne WLAN und ohne Restaurant. Und die Stadt ist fünf Kilometer weit entfernt. Es ist halt wie es immer bei den Indonesiern. Alles ist verkümmert und heruntergekommen. Und es juckt niemanden. Denn die Einheimischen hausen in noch viel schlechteren Verhältnissen als es die zu mietenden Objekte sind. Und so fahre ich die fünf Kilometer weiter in die Hafenstadt Aimere. Eines der beiden Hotels ist tatsächlich akzeptabel, auch wenn es kein WLAN gibt. Und die haben auch einen kleinen Laden. Und da Flores weitestgehend christianisiert wurde gibt es auch? Na? Richtig! Bier!! Hier im Tante Emma Laden kostet die große Flasche Bintang Bier genauso viel wie die kleine im Touristenort Kuta auf Bali. Gut hier zu sein.

 

 Tag 35, Sonntag, 17.11.2019 - Von Aimere ans "Ende der Welt" (km 6067)

Heute sind wir IN ENDE angekommen (der Ort heißt wirklich so). Hoffentlich jedoch noch nicht DAS ENDE der Reise. Und AM ENDE bin ich nach vier Tagen Fahrt durch vier Inseln und auf drei Fähren eigentlich auch. Ich brauche dringend Erholung vom Fahrstress. Die Fahrt hierher mit dem Engländer Steve führt zunächst steil bergauf durch die grün bewaldeten Berge von Flores. Wie gestern auch in sehr vielen engen Kurven vorbei an einien Vulkanen, deren Namen ich nicht kenne. Macht zwar Spaß aber wirklich voran kommen tut man nicht. Das letzte Stück der Fahrt führt dann wieder entlang der atemberaubenden Küste und einigen Stränden. Für die 170 km lange Fahrt brauchen wir gute vier Stunden. Aber alles läuft glatt und kurz nach Mittag sind wir schon in Ende. Das gute beim Tanken hier ist, daß es eine Servicekraft für dich erledigt. D. h. selbst tanken nicht erlaubt. Meistens sind es sogar Frauen, die diesen Job erledigen. Heute hatte ich auch eine Frau an der Tanksäule. Die war aber so klein, daß sie nicht auf den Einfüllstutzen des Motorradtanks sehen konnte, also nicht ganz voll tanken konnte. Aber dafür hat sie eigens eine leere Colakiste auf die sie sich in solchen Fällen stellt. Unser erster Stop in Ende ist der Hafen. Der Zugang ist jedoch abgeschlossen. Aber man kann zu Fuß reinlaufen. Heute ist Sonntag und es ist auch kein Schiff weit und breit in Sicht. Also sind alle Schalter leer. Ein Plan mit Schiffsberbindungen für Oktober und November 2019 hängt jedoch am Aushang. Aber da sind wesenglich mehr Verbindungen eingetragen als nur Dienstag Nacht, wie online zu erfahren war. Und die nächste Fähre geht gleich morgen Mittag um 12 Uhr (so der Plan). Irgendwann kommen doch ein paar Indonesier angelaufen. Aber wirklich Ahnung haben die auch nicht. Aber die Fähre geht wohl vom anderen Pier im Osten Endes ab, nicht hier im Westen. Denn Ende befindet sich auf einer Halbinsel. Also fahren wir die drei Kilometer zum IPI-Pier. Aber auch hier ist nichts los. Und das Office von "ROLAND Tours&Travel" hat am Sonntag auch geschlossen. Dort soll man laut Plan Tickets für 324.000 Rupies bekommen. Also mieten wir uns nur unweit vom Office im Harrison Hotel ein. Gerne wäre ich auch hier etwas länger geblieben, um nochmals wie 2013 die dreifarbenen Krater des Kelimutu Vulkans zu besuchen oder aber den Traumstrand Koka-Beach nur unweit davon. Siehe hier: Indonesien 2013

 

Tag 36, Montag, 18.11.2019 - Auf die letzte Fähre (km 6095)

Mann habe ich letzte Nacht gut geschlafen. Die Betten im klimatisierten Harrison-Hotel sind echt Spitze. Und die bieten sogar ein Frühstück an mit Toast und Marmelade. Abar davon wird man ja nicht satt. Also gibt's zu Nachspeise wieder mal ne Schaufel Reis. Das füllt den Magen. Schräg gegenüber des Hotels befindet sich das Office von "ROLAND Tours & Travel", in welchem man wohl Fahrkarten für die Fähre von Ende nach Kupang in West-Timor kaufen kann. Und tatsächlich ist das der einzige Laden in der Stadt wo es die gibt. Nichtmal am Pier bekommt man welche. Und die Fähre legt tatsächlich heute Nachmittag um 2 Uhr ab. Also fahren Steve und ich halt zwei Tage früher als geplant nach Kupang. Mit exakt 20 Euro ist das nichtmal so teuer, wenn man bedenkt. daß die Überfahrt 18 Stunden dauert, also die ganze Nacht.
Wider Erwarten gibt es heute wieder Startprobleme. Aber nicht, weil sie nicht anspringen will, sondern weil ich versehentlich gestern Nachmittag bei der Ankunft das Parklicht eingeschaltet gelassen habe und die Batterie fast leer ist. Bei dem grellen Sonnenlicht siehtst du nicht, ob ein Licht leuchtet oder nicht. Aber Steve hat einen "Jump-Start" dabei, also einen Akku mit dem man einen Motor zum laufen bringen kann. Der ist jedoch nicht ganz vollgeladen und hilft nicht weiter. Ich krame mein Überbrückungskabel heraus und Steve's GS gibt mir die nötige Power zum Start. Damit die Batterie wieder geladen wird, fahre ich erstmal eine halbe Stunde am Meer spazieren. Es gibt sicherlich weniger schöne Orte als hier, um das zu tun.
Daß es irgendwann passieren würde, war von vornherein klar. Aber heute hatte ich nicht damit gerechnet. Ich meine, der erste "Umfaller" der BMW war überfällig. Mit viel Schwung wollte ich die Rampe zur Fähre hochfahren. Aber daß der Absatz so groß sein würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Denn das Vorderrad hat den Bodenkontakt verloren und die Bayerin ist regelrecht "aufgesessen" auf dem Unterbodenblech und anschließend zur Seite gekippt. Halten konnte ich die schwerbeladene Maschine nicht mehr - also abspringen. Den Kugelhalter des rechten Rückspiegels hat es zerschmettert und der rechte Blinker vorn hängt auch weg. Da sind die nächsten Tage wieder Reparaturen fällig. Auch der zweite Versuch mit ein paar Zusatzhölzern zum Ausgleich ging fast schief. Aber die Indonesier haben diesmal aufgepasst und Hand angelegt, sodaß der 2. Umfaller innerhalb fünf Minuten vermieden werden konnte.
Wir stellen die Bikes im Bauch der komplett leeren Fähre ganz am Ende ab, so wie uns "befohlen". Die etwa 40 Meter lange Autofähre hinterlässt schon einen seetüchtigen Eindruck, hat aber sicherlich ihre besten Jahre längst hinter sich. Immerhin wird sie von zwei Zwölfzylinder Schiffsdiesel angetrieben, wie ich später feststellen konnte. Als wir um Viertel nach Zwei Uhr ablegen sind nur noch ein paar weitere Mopeds dazugekommen. D. h. Steve's BMW GS 1200 ist das größte Fahrzeug an Bord und meine "kleine" BMW F650 das zweitgrößte Fahrzeug. Und die Passagierkapazität ist bestimmt auch nur zu 10% erreicht. Wir haben also die Fähre fast allein für uns. Im Bauch des Schiffs ist soviel Platz, daß man darin Fussball spielen könnte. Als wir es uns auf dem Oberdeck gemütlich gemacht haben, tragen ein paar junge Indonesier zwei überdimensonal große Boxen aufs Deck und beschallen das Schiff so laut, daß man es bestimmt schon bis nach Kupang hört.
Später mache ich die Bekanntschaft einer indonesischen Studentin aus Ende, die mir (wohl vergeblich) ihre Landessprache beibringen will. Bis morgen früh habe ich bestimmt alles wieder vergessen!

 

 Tag 37, Dienstag, 19.11.2019 - Ankunft in Kupang in Westtimor (km 6302)

Gut geschlafen habe ich heute Nacht schon im VIP-Bereich, auch wenn ich den nicht bezahlt habe. Dieser Bereich un70.00terscheidet sich von Economy nur insofern, daß er klimatisiert ist, und es eine Seife auf den WC's gibt. Ansonsten halt auch die üblichen Stockbetten und Matrazenlager. Wenn du erstmal an Bord bist, will niemand mehr dein Ticket sehen. Und die Fähre war ja fast komplett leer. Wie fast jeden Tag werde ich früh wach. Das gibt die Möglichkeit nach dem Sonnenuntergang auf See heute auch den Sonnenaufgang zu sehen. Wir fahren praktisch in die aufgehende Sonne hinein - schöner Anblick. Zumal die See topfeben und sehr ruhig ist. Der einzige zu spürende Wind ist der Fahrtwind von der nicht allzuschnellen Fähre. Zum Frühstück gibt es einen Kaffee vom Kiosk und das mitgebrachte, das wir gestern noch schnell in einer Bäckerei gekauft haben.
Fast pünktlich um 08:30 Uhr legt die Fähre am Pier in Kupang an. Kupang ist die Hauptstadt der Provinz Westtimor. Beim Verlassen der Fähre geht im Vergleich zur Auffahrt alles glatt, denn der Wasserstand des Meeres ist so, daß ich grade raus fahren kann und heute keinen Absatz wie gestern habe. Vom Pier bis zur Innenstadt sind es 13 Kilometer zu fahren. Das Hotel "Ketapang Satu Beach Kupang" der Hotelkette RedDoorz finden wir auch schnell. Eigentlich kostet eine Übernachtung an der Rezeption 270.000 Rupies. Aber über booking.com bekommt man es für 170.000. Also muß ich halt wie in Sumatra schon mal, das Hotel direkt an der Rezeption online buchen. Gleich nach Mittag fahren Steve und ich zum Konsulat von Osttimor. Denn Osttimor ist ein eigener Staat.
"Die Demokratische Republik Timor-Leste, im Deutschen auch als Osttimor bezeichnet, ist ein Inselstaat in Südostasien. Es war der erste Staat, der im 21. Jahrhundert unabhängig wurde. Die einzige Landgrenze trennt Osttimor vom indonesischen Westteil der Insel Timor, der zu der Provinz Ost-Nusa Tenggara gehört." - Auszug aus Wiki.
Überall war zu lesen, daß man für Osttimor ein eigenes Visum beantragen muß, am besten im Konsulat in Kupang. Das ist eigentlich auch richtig, aber nicht gültig für Touristen die aus den Schengen-Staaten kommen. Die bekommen ein Visum direkt an der Grenze. Das gilt aber nicht für Steve. Er ist Engländer. Und die haben das Schengen-Abkommen nie unterschreiben. Tut mir leid für ihn, daß er die ganzen Formalitäten hier erledigen muß während ich eigentlich schon weiterfahren könnte. Wenn ich das alles früher gewußt hätte, daß es viele Fähren gibt und ich als Deutscher in Osttimor kein Visum brauche, dann hätte ich noch ne Woche mit meinen Freunden auf Bali verbringen können - Hätte, hätte, Fahradkette ...
Nachdem wir wieder zurück im Hotel sind suche ich ein Geschäft mit Motorrad-Assecoires und kaufe einen Zweikomponentnkleber. Damit flicke ich den zerbrochenen Spiegel von gestern wieder zusammen. Hoffentlich hält das auch. Denn für meinen Halter am Lenker bekomme ich hier keinen Rückspiegel. Die kleinen Dinger der Roller passen nicht.

 

Tag 38, Mittwoch, 20.11.2019 - Reparatur- und Ruhetag (km 6337)

Heute ist mal wieder Ausschlafen angesagt. Viel steht nicht auf dem Programm. Ich könnte zwar weiterfahren Richtung Osttimor, aber Steve muß noch mindestens einen Tag auf sein Visum warten. Ein "westliches" Frühstück gibt es hier nicht. Im Restaurant nebenan bieten die nur gebratene Nudeln mit Ei an. Aber wenigstens eine Kaffee dazu. Gleich nach dem Frühstück sind Reparaturen angesagt. Den gestern zusammengeklebten und über Nacht ausgehärteten Spiegel bekomme ich jedoch nicht aus eigener Kraft auf den Kugelkopf des Spiegelarmes gedrückt. Also muß der Kunststoffspiegel erwärmt werden, dann sollte es klappen. Außerdem brauche ich noch einen Schalter um den Lüfter manuell ein- und wieder ausschalten zu können. Denn das Relais ist nach eingehendem Test nicht kaputt, also wieder mal der Thermoschalter. Und den habe ich erst vor anderthalb Jahren nach jetzt nichtmal 10.000 km ausgetauscht für teuere 90.- Euro! Da muß ich mich gleich mal per Mail beim "freundlichen" BMW-Händler in meiner Heimatstadt beschweren. Ich marschiere also wieder zu dem Laden, in welchem ich gestern den Zweikomponentenkleber gekauft habe. Die verkaufen mir gleich zwei Schalter und die Kabelklemmen dazu. Ein paar Meter weiter ist ein Werkzeugladen. Der hat einen Heißluftföhn von Makita. Und mit dem können wir den Spiegel soweit erhitzen, daß sich der Kugelkopf wieder eindrücken lässt. Aber der sitzt halt nich mehr so fest wie vorher. Wieder im Hotel angekommen, mache ich mich an die Arbeit ein Kabel von Lenker bis zur Elektrik unter der Sitzbank zu legen und alles fachgerecht zu verklemmen. Auch der mit Kabelbinder an den Lenker fest verankerte Schalter kann sich sehen lassen. UND: Es funktioniert soger, den Löfter manuell ein- und wieder auszuschalten.
Ein weiterer Engländer ist gestern Abend noch in unserem Hotel abgestiegen. Und weil die beiden gerne zum KFC gehen, gehe ich halt nochmals mit. Nach dem Mittagessen fahre ich mit dem Moped 13 km Richtung Nordden raus aus der Stadt zum OCD Beach Cafe & Hostel. Das liegt am Lasiana Beach. Das Hostel liegt echt klasse unter Palmen und lädt zum Verweilen ein. Den Strand jedoch kann man vergessen. Relativ dreckig, das Wasser ist auch nicht grade super sauber. Trotzdem ware ich kurz drin zum Schwimmen. Das war's eigentlich schon für heute. Ein relativ unspektakulärer Tag also. Meine "Indonesischlehrerin" von der Fähre hat mich eingeladen, ihr Haus zu besichtigen. Da sage ich nicht nein, denn ich wollte schon immer mal sehen, wie die hier so "hausen". Am Abend war ich nochmals auf dem Nachtmarkt mit ihr um das leckere und sehr günstige Seafood zu kosten. Heute gab es Riesengarnelen vom Grill.
Im Restaurant in unserem Hotel ist heute eine evangelische (protestantische) Hochzeit. Das sieht von weitem eigentlich auch nicht anders aus als zu Hause. Und als es dann von der Bühne noch "O-Lapaloma-Blanca" schallt, fühle ich mich ganz heimisch. Wir Zaungäste werden schnell erkannt und müssen wie immer für Selvies herhalten. Aber das macht man doch gern.

 

Tag 39, Donnerstag, 21.11.2019 - Über Stock und Stein nach Kefamenanu (km 6569)

Ist das Osttimor-Visa ausgestellt für Steve, oder noch nicht? Das ist die entscheidende Frage für heute. Versprochen für heute war es jedenfalls. Das Konsulat liegt im Osten der Stadt, also auf unserem Weg. Und so packen wir alles zusammen und satteln die Motorräder auf. Keinen Kilometer vom Hotel entfernt hätte mich beinahe einer der idiotischen Indonesier von der Straße geschoben. Touchiert hat er mich schon mit seinem Auto. Ich konnte die Bayerin graden noch so abfangen und einen Sturz vermeiden. Eine Viertelstunden später stehen wir wieder wie vorgestern am Konsulat und tatsächlich ist das Visum ausgestellt und wir können gelich weiterfahren. Bis zur Grenze nach Osttimor werden wir es aber nicht schaffen, das ist zu weit für eine Tagesfahrt. Und so setzen wir die Provinzstadt Kefamenanu als Ziel für heute. Von dort ist es nicht mehr allzu weit zur Grenze. Steve hat sein Tomtom Navi entsprechend programmiert. Nach guten 90 Kilometern biegt er jedoch auf einmal vom Highway links ab. Warum wohl, frage ich mich und habe kein gutes Gefühl dabei. Vermutlich hat er nicht den schnellsten Weg programmiert, sondern den kürzestens. Das kann in Indonesien in die Hose gehen. Die Nebenstraße wird auch von Kilometer zu Kilometer schmäler, da die Seitenstreifen abgebrochen sind. Und mit der Zeit tun sich größere Schlaglöcher auf. Nach gut 30 Kilometern haben wir den Salat: die Strecke ist nicht nur gänzlich unbefestigt (Staub, Geröll, Dreck), sondern führt auch über ein kleineres Gebirge. D. h. es geht in  sehr engen Kurven ständig steil bergauf und bergab. Den Salat hat Steve eigentlich nicht, sondern nur ich. Denn er fliegt mit seiner BMW F 1200 GS Enduro nur so über die Schotterpiste und die Schlaglöcher hinweg, während ich mit meiner alten F650 Straßenmaschine nur mühsam im 1. Gang vorankomme. Für Abenteuer bin ich ja stets zu haben. Aber die Strecke hat die Grenze zwischen Abenteuer und Gefährlichkeit für mich überschritten. Ein paarmal hätte es mich beinahe "zerlegt". Und wenn du hier einen Sturz mit Knochenbruch erlebst, dann kann dir hier niemand helfen. Da kommt kein Krankenwagen durch. Im nachhinein habe ich mich geärgert, daß ich nicht umgedreht bin. Glücklicherweise ging der Schotterweg nur über etwa 15 Kiometer und nicht die restlichen 40 Kilometer bis Kefamenanu. Gegen 14 Uhr haben wir dann aber trotzdem unbeschadet das Tagesziel erreicht und mit dem "Livero Hotel" eine schöne Unterkunft gefunden. Die Lehre für heute lautet also: traue niemals den Einstellungen eines englischen Tomtom Navigationsgerätes.
Was ich unbedingt in Kupang erledigen wollte und dann doch vergessen habe, ist einen Indonesien-Aufkleber für mein Motorrad kaufen. Also frage ich halt hier in dieser Kleinstadt in einem Gemischtwarenladen. Die recht gut englisch sprechende Verkäuferin hat leider keine. Aber sie weiß wo es welche geben könnte und schreibt mir ein paar Adressen auf. Aber wie soll ich das finden? Ich kenne mich ja hier nicht aus. Also nimmt sie ihren Roller, setzt mich hinten drauf und wir fahren gemeinsam die Stadt ab um nach den Aufklebern zu suchen. Und tatsächlich werden wir im dritten Geschäft fündig. Ich will ihr Geld geben für die Dienstleistung, aber sie wiegelt ab. Dieser Service ist umsonst! Toll!!!
Der rechten Außenspiegel, der bei Umfaller zertrümmert wurde, hält zwar, aber nicht wirklich fest. Da muß ich heute Nachmittag mit dem Zweikomponentenkleber nochmals ran.

 

 

Chronologisch geht es hier weiter mit dem Bericht aus Osttimor

 

Tag 49, Sonntag, 01.12.2019 - Rückflug nach Bali

Ich glaube es war der 15. Versuch einen Flug mit Lion Air von Kupang nach Denpasar online zu buchen, der dann endlich geklappt hat. Die vergangenen Tage von Osttimor aus war wegen des langsamen Internets und der eingeschränkten Zahlungsmethoden nichts zu machen. Auch von Kupang in Indonesien aus hat es mit der Kreditkarte nicht funktioniert. Die reine Reservierung über Internet funktionierte jedoch. Aber die Bezahlung am Geldautomat geht wohl nur mit indonesischen EC-Karten. Allerletzte Möglichkeit ist der Indomart oder der Alfamart Supermarkt. Die können das Geld auch entgegennehmen und an Lion Air weiterleiten. Das wäre ungefähr so, als wenn man bei ALDI oder Lidl an der Kasse einen Flug mit RyanAir bezahlt.
Auf der Straße hält ein jüngerer Mopedfahrer und spricht mich in englisch an. Er ist Lehrer und fährt am Sonntagmorgen immer mit dem Roller in der Stadt spazieren. Ich gebe ihm einen Kaffee aus im nächsten "Warung" (Minirestaurant) und wir plaudern. Er bietet mir an, mich mit dem Roller heute Mittag zum Flughafen rauszufahren. Da sage ich nicht nein. Pünktlich um halb zwölf steht er tatsächlich vor dem Hotel und fährt mich die 15 Kilometer raus aus der Stadt zum Airport. Auch der Flug verläuft reibungslos und um halb vier Ortszeit bin ich wieder in Bali. Mit dem Motorradtaxi sind es nur 20 Minuten vom Flughafen bis in den Badeort Kuta. Dort werde ich erstmal einen Tag ausspannen.

 

Tag 50, Montag, 02.12.2019 - Urlaubstag

Ich glaube, heute ist erst der 7. Tag auf dieser Reise, an dem ich wirklich nichts, aber auch gar nichts mit Motorrad oder Fahren zu tun hatte. Denn der Tag wird ganz entspannt am Strand von Kuta verbracht. Leider ist Schwimmen verboten. Viele rote Fahnen sind am Strand aufgestellt. Das hindert die Surfer jedoch nicht daran, ihrem Sport nachzugehen. Und mich für 10 Minuten auch nicht, da ich mich unbedingt abkühlen will. Erst später hat mir jemand gesagt, daß die Fahnen wegen der gefährlichen Feuerquallen aufgestellt sind und nicht wegen der Strömung oder Brandung.

 

Tag 51, Dienstag, 03.12.2019 - Ubud

Wenn man hier schon nicht schwimmen darf bzw. kann, dann bleibe ich auch nicht länger in Kuta. Mit dem Minibus geht's knapp 50 Kilometer in nördlicher Richtung ins Landesinnere nach Ubud. Ubud gilt als das kultutelle Zentrum Balis und ist sehr touristisch. Untergekommen bin ich hier im echt tollen Pondok Bambu Homestay. Das wird in booking.com mit 9.3 Sternen gewertet und hält absolut was es verspricht. Die Unterkünfte sind praktisch auf derselben Anlage angelegt, wo auch die einheimischen Betreiber wohnen. Wenn man das Gelände betritt läuft man zuerst durch einen kleinen balinesischen Tempel. Weiter unten sind dann die Zimmer und Bungalows in einem großen tropischen Garten angelegt. Mein Bungalow aus Stein sieht total neu aus und ist tip-top sauber und klimatisiert. Vor dem Bungalow eine Terasse mit Sitzgelegenheit und praktisch gegenüber der Pool - hier kann man's aushalten. Und das alles für 200.000 Rupia, also umgerechnet etwa 13 Euro! Da kannste nicht meckern. Das Frühstück ist natürlich inbegriffen.
Am Nachmittag mache ich noch einen Spaziergang durch die Innenstadt und besuche den hinduistischen Tempel "Pura Taman Saraswathi". Sehr viele Touristen sind da unterwegs.
Ein email von Bollore Logistics Australien hat mich heute auch noch erreicht. Jetzt wollen die das Carnet de Passage schon am 07. Dezember haben, wenn das Containerschiff eintrifft. Aber das Carnet habe ich noch hier in meinem Gepäck. Esther von Bollore Osttimor wollte es trotz meinem Verlangen, nicht nach Darwin zu den Kollegen senden. Hoffentlich bekommen wir jetzt keinen Ärger, da Steve und ich mit den Carnets erst am 12. Dezember in Darwin eintreffen. Beim DHL-Office in Ubud habe ich mich schon erkundigt bzgl. des Versands meines Carnets von hier aus nach Darwin. Aber das dauert auch fast eine Woche und ist sehr teuer.

 

Tag 52, Mittwoch, 04.12.2019 - Balirundfahrt (km 7155)

Ganz ohne Motorradfahren geht es bei mir doch nicht. Genauer gesagt ohne Zweiradfahren. Will man Bali erkunden so kann man das gern mit geführten Bustouren machen, so wie die Chinesen. Viel mehr Spaß aber macht es, die Insel mit dem Moped zu erkunden. Und mein Homestay-Betreiber leiht sogar welche aus. Die Preise sind überall gleich: 70.000 pro Tag, also ungefähr 5 Euro. Man sollte jedoch darauf achten, daß man einen gültigen nationalen und internationalen Fährerschein dabei hat, hat man mir gesagt. Sonst kann es mal eine Million Strafe kosten. Rupie natürlich, nicht Dollars oder gar Euro. Aber das sind auch rund 67 Euro.
Mein erster Halt ist schon nach wenigen Kilometern die "Goja Gajah Höhle", oder auch Elephanten-Höhle genannt. Die Anlage besteht aus einer Höhle aus dem 11. Jahrhundert und einer teils hinduistisch und teil buddhistischen Tempelanlage. Der Tempel ist sehr beliebt unter Touristen und entsprechend stark "bevölkert". Ich bin jedoch kurz vor neuen Uhr hier und halte mich nur ne halbe Stunde lang auf. Als ich wieder am Gehen bin, halten schon die ersten großen Busse mit den Chinesen.
Mein zweiter Halt ist etwa 40 km weiter nördlich der Pura Besakih Tempelkomplex. Er liegt am Fuße des Vulkans Gunung Agung, mit 3031 Metern die höchste Erhebung in Bali. Der Besakih ist der wichtigste, der größte und zudem heiligste hinduistische Tempel in Bali. Er wurde terassenförmig auf sechs Ebenen am Hang des Gunung Agungs errichtet. Direkt dorthin zu kommen ist nicht so einfach. Denn etwa 1 km davor ist die Straße abgeschrankt und nur Balinesen dürfen weiterfahren. Touries müssen ihr Fahrzeug hier parken und entweder hochlaufen oder ein lokales Beförderungsmittel nehmen, was natürlich wieder Geld kostet. Dazu habe ich keine Lust. Also sehe ich mal in Maps.Me rein, wo der Tempel denn genau liegt. Und tatsächlich kommt man auch über Umwege dorthin. Da macht es mir auch nichts aus wenn dort eine Art Verbotsschild hängt (wer kann schon indonesich lesen?). Und tatsächlich führt der Umweg mich direkt zum Tempeleingang. Ein Aufseher, der mich unten zurückgehalten hat und jetzt auch grade am Tempel ist, wundert sich, was ich auf einmal mit dem Moped hier mache - soll er doch! Um die 60.000 Rupie Eintritt komme ich allerdings nicht herum. Es sei denn, du bist "Eingeborener". Dann zahlst du nur 30.000! Das sollten wir in Deutschland auch mal einführen!
Mein drittes großes Ziel heute ist der Lake Batur. Das ist ein Kratersee ganz im Nordosten von Bali, nochmals etwa 30 km weiter von Besakhi. Innerhalb des ca. 10 km großen Kraters hat sich ein neuer, aktiver Vulkan gebildet. Der Gunung Batur. Der ist natürlich wie alle Vulkane in Indonesien Teil des pazifischen Feuerrings. Hat man erstmal den Kraterrand erreicht, so führt die Straße etwa 20 km direkt auf dem Kraterrand entlang mit vielen Aussichtspunkten. Leider ist das Wetter heute unbeständig und es regnet öfters.
Die Rückfahrt nach Ubud führt immer schnurstraks gerade den Vulkankegel hinunter, vorbei an vielen Reisfeldern, wo die Bauern gerade ernten.

 

Tag 53, Donnerstag, 05.12.2019 - Die Affen Rasen durch den Wald

Für den heutigen Tag habe ich mir frei genommen. Es sind (zunächst) keine Unternehmungen geplant. Nach dem Ausschlafen und dem Frühstück ziehe ich die Turnschuhe an und begebe mich zum Hinterausgang des Homestays. Dort begininen die Reisfelder. Und auf den Wegen daneben kann man gut joggen gehen. Die alten Knochen müssen dringenst wieder bewegt werden, bevor sie ganz einrosten. In den Reisfeldern suchen die berühmten "Enten von Ubud", die es hier scharenweise gibt, nach kleinem Getier und sonstigem zu Fressen. Auch eine Näherin habe ich in der Nachbarschaft gefunden. Die flickt meinen in Kupang im Scanner halb zerfetzten Rucksack für ein paar Euro wieder zusammen.
Am Nachmittag marschiere ich dann halt doch nochmals los. Und zwar zum Mandala Suci Wenara Wana, genauer gesat zum Monkey Forest (Affenwald). Das ist ein kleineres Waldstück südlich von Ubud, in welchem sich hunderte von Balinesischen Langschwanz-Affen tummeln. Diese (meist) harmlosen Affen haben den ganzen Tag eigentlich nur dummes Zeug im Kopf und lassen sich durch die Touristen nicht im geringsten daran stören. Man sollte seine Habseligkeiten jedoch ständig bei sich haben, am besten festhalten. Sonst sind sie weg! Eine nette Abwechslung an einem Tag, an dem es sonst nichts zu berichten gibt.
Abgesehen davon, daß ich mich immer wieder darüber aufrege, daß in den Restaurants auf die Preise in den Speisekarten immer noch 10% Steuer und 5% Service Charge darauf geschlagen wird.

 

Tag 54, Freitag, 06.12.2019 - Lovina (km 7260)

Ursprünglich hatte ich mir noch 3 Tage in Lombok auf der Insel Gili travangan vorgenommen. Da war ich vor 27 Jahren schon mal. Hätte mich schon interessiert wie sich diese Partyinsel entwickelt hat. Aber das bedeutet eine Stunde Busfahrt und 3 Stunden Speedboot. Und dasselbe wieder zurück. Da habe ich keine Lust darauf. Deshalb der Gedanke noch 3 Tage in Ubud zu verlängern weil es hier so schön ruhig ist. Aber mein Gastgeber hat für heute keine Unterkunft mehr frei. Erst morgen wieder. Also reserviere ich für morgen und übermorgen und miete seinen Scooter für 2 Tage.
Das Ziel ist der Badeort Lovina im Norden von Bali. Ich soll doch auf dem Weg dorthin einen Stop in Jatiluwih machen, rät mir mein Gastgeber. Dort gibt es besonders schöne Reisterrassen zu sehen. Und so zweige ich nach einer Stunde Fahrt von der Hauptstraße links ab und finde den Ort tatsächlich. Am Eingang hätte man wohl eintritt bezahlen müssen. Denn da war wohl ein Kartenhäuschen. Ich aber war viel zu schnell unterwegs und habe nur noch jemanden etwas hinterher rufen hören, hab's aber nicht verstanden. Also heute mal keinen Eintritt. Und die Reisterrassen hier sind wirklich atemberaubend schön, vor allem mit den Vulkanen im Hintergrund. Bali aus dem Bilderbuch. Trotzdem aus meiner Sicht kein Grund Eintritt zu verlangen. In Deutschland kann doch auch jeder unsere schönen Getreide- und Maisfelder bewundern, ohne dass es etwas kostet.
Und weiter geht die Fahrt über die Vulkanberge Zentralbalis. Oben angekommen grüßt der Lake Beratan Temple, ein baliesischer Tempel am Ufer des Beratan Sees gebaut. Wirklich sehr schön angelegt aber auch schön touristisch überlaufen. Und überlaufen wird man hier hauptsächlich von Chinesen. Aber die eine oder andere deutsche Stimme ist mir nicht entgangen.
Ein paar Kilometer weiter ist wohl ein schöner Wasserfall zu bewundern. Also verlasse ich die Hauptstraße und fahre 10 km in die Pampa. Dort angekommen wollen die Parkwächter nicht nur 30.000 Rupies Eintritt, sondern auch noch Kohle für's Parken. Nur um einen Wasserfall anzusehen gebe ich kein Geld aus. Und so fahre ich die nächsten 20 km in vielen Kurven und Serpentinen die Hauptstraße hinunter über Singaraja nach Lovina. Die Nacht hier verbringe ich im Lovina Central Hostel. Schön großes Einzelzimmer. Und die haben soger nen Pool. Hier ist totale Nebensaison, die meisten Zimmer stehen leer. Entsprechend leer ist auch der Strand. Der Sand ist jedoch vulkanischenen Ursprungs und entsprechend schwarz (und sehr heiß). Das Wasser hier hat bestimmt 30 Grad und fast zu heiß zum Baden. Beim Schreiben dieser Zeilen sitze ich am Strand bei einem großen Bintang Bier und bewundere den Sonnenuntergang. Die Sonne versinkt hier jedoch nicht im Meer, sondern hinter den fast 4000 Meter hohen Vulkanen der Nachbarinsel Java.
Es gibt hier sogar ein kleines Restaurant, in welchem sie dich nicht mit Steuern und Service Charge bescheissen wollen. Da steht tatsächlich der endgültige Preis auf der Karte.
Und was ich auch nicht gedacht hätte, in Lovina kannst du nach Sonnenuntergang schön am Strand in gepolsterten Sesseln unter balinesischen Schirmen mit balinescher Spa-Hintergrundmusik chillen und ein supergünstiges großes Bintang Bier für nur 35k (35.000) trinken. In Kuta bekommst du für dieses Geld nicht mal ein kleines.

 

Tag 55, Samstag, 07.12.2019 - zurück nach Ubud (km 7337)

Das Wahrzeichen der Stadt Lovina ist der Delphin. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn hier an der Küste leben viele dieser Säugetiere. Das hat den Ort auch so bekannt bemacht. Und die Delphine kann man auch gut beobachten. Am Besten geht das nach Sonnenaufgang. Und so mache auch ich mich zur frühen Stunde auf an den Strand. Dort steht schon ein Auslegerboot bereit. Der hat noch einen Platz und nimmt mich mit für 100.000 Rupies (6,60.- Euro). Wir fahren erstmal eine halbe Stunde die Küste entlang. Das Spektakel habe ich mir bei meinem ersten Besuch 1992 schon mal angesehen. Damals war es noch ruhig hier. Nur etwa 3-4 Boote sind da morgens rausgefahren zum "Dolphin-Watching". Was ich heute sehe hat mich negativ überrascht. Denn es sind deren 30-40 Boote unterwegs. Delphine kann man hier mit fast 100% Wahrscheinlichkeit sehen. Immer wenn ein paar der Tiere zum Luftholen auftachen geht der "Kampf" der Boote um die besten Sichtplätze los. Da wird der Außenbordmotor angeworfen und mit Highspeed auf die Tiere losgeschossen. Ich hoffe nur, daß keines durch irgendeine Schiffsschraube verletzt wird. Trotzdem schön anzusehen, aber für mich sicherlich das letzte Mal hier. Um acht Uhr sind wir dann wieder zurück, grade rechtzeitig zum Frühstück. Anschließend auschecken, den Roller beladen und wieder auf die Fahrt über die Berge zurück nach Ubud. Diesmal nehme ich nicht die Hauptstraße, sondern einen Abzweig davon. Anfangs ist die Straße noch geteert und gut zu befahren. Je mehr man in die Berge kommt, desto steiler und unwegsamer wird es, teilweise unbefestigte Schotterpiste. Einmal muß ich anhalten, da ein Bagger grade den Untergrund ausbessert. Irgendwann bin ich aber dann doch oben angekommen und wenig später wieder auf der Hauptstraße Richtung Denpasar bzw. Ubud. Eine andere Straße gibt es hier nicht. Punkt 13 Uhr Ankunft in Ubud im Pondok Bambu Homestay. Da bleibt am Nachmittag noch Zeit einige Formalitäten für die Australien-Reise zu erledigen.

 

Tag 56, Sonntag, 08.12.2019 - Ruhetag

Für heute habe ich mir nicht wirklich viel vorgenommen. Ein paar Dokumente muß ich noch ausfüllen und an Bollore Logistik Australien mailen. Und tatsächlich ein paar Postkarten schreiben, an die "ältere" Verwandtschaft, die kein Internet hat (das soll's auch geben). Ansonsten lädt der Pool bei der großen Hitze hier förmlich dazu ein, länger darin zu verweilen.
Eine Stunde vor Sonnenuntergang ziehe ich die Turnschuhe an und mache mich nochmals auf, auf eine halbstündige Joggingtour durch das klasse Panorame der Reisfelder um Ubud.

 

Tag 57, Montag, 09.12.2019 bis Mittwoch, 11.12.2019 - Ubud und zurück nach Kuta

Heute habe ich eine schlechte Nachricht von Alzira Layleong, meine Agentin von Bollore Logistics Australien, erhalten. Ich habe sie per Skypa angerufen, um mit ihr ein paar Einzelheiten bzgl. der Abwicklung des Motorradtransports zu besprechen. Eigentlich dachte ich, wenn die Quarantänezeit von 5-7 Tage vorbei ist, dann erfolgt nur noch die Inspektion und das Moped wäre dann frei. Aber dieser ganze Vorgang danach (engl. "Clearance") dauert noch eine Woche! Ich habe überhaupt keine Lust noch eine Woche in Darwin herumzuhängen. Das bringt meinen ganzen Zeitplan durcheinander. Mir läuft die Zeit davon für die Strecke, die ich mir vorgenommen habe. Da muß ich jetzt schon überlegen, wie und wo ich die kurze Zeit in Australien verbringen werde.

 

Tag xx, xytag, 0.12.2019 - Titel (km 7654)

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