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World-Tour 2017 – Malaysia

Tag 124, Dienstag 19.12.2017 – Von Phattalung in Thailand nach Penang in Malaysia

Letzter Tag in Thailand. Heute will ich den Sprung ins letzte Land dieser Reise nach Malaysia schaffen. Frühstück im Hotel gibt’s keines, auch die Cafe’s und Restaurants haben morgens um halb acht hier noch zu. Da bleibt wie so oft der 7Eleven Supermarkt übrig. Denn der hat 24 Stunden geöffnet. Und den gibt’s in Thailand an jeder Straßenecke. Aufgebrühten Kaffee (3 in One), Croissants und süße Stückle aromafrisch verpackt dazu. Vor der Abfahrt wie immer Kette schmieren. Das ist heute besonders wichtig wegen des Regenwetters gestern. Der (Regen) hat zum Glück heute Nacht aufgehört, aber es ist bewölkt was auch gut so ist. Dann ist es schon nicht so heiß unter dem Motorradanzug. Die Fahrt führt immer in südlicher Richtung auf dem vierspurigen Highway nach Hat Yai, der letzten großen Stadt vor der Grenze zu Malaysia. Die gut 100 km sind in anderthalb Stunden abgefahren. Anschließend nochmals etwa 50 Kilometer bis Sadao wo ich nochmlas volltanke und Mittag mach3e.
Zehn Kilometer weiter dann die Grenze von Thailand nach Malaysia. Das Motorrad stelle ich an der Thai Immigration ab und gehe grade noch rechtzeitig in das Immigration Gebäude rein bevor hinter mir zwei Busse mit Chinesen (oder Malayen?) anhalten und sich ne beträchtliche Schlange hinter mir bildet. Thai Stempel rein in meinen Pass und ich wieder raus aus der Immigration, das ging schnell. Jetzt noch den Zollschein für’s Motorrad abgeben den ich bei der Einreise bekommen habe. Im Haus Nummer 4 wie man mir sagt. Aber die 4 gibt es nicht, stattdessen die 9. Die Frau haut den Stempel drauf und behält den Zollschein – ich kann durchfahren. Das war’s mit Thailand. Das war easy. Kein DLT weit und breit. Aber anstatt links Richtung malaysische Grenze abzubiegen fahre ich rechts rum durch ein Ausfahrt wo keiner was von mir will und stehe plötzlich wieder in Thailand !!! Ich könnte mich also ohne Immigration und Fahrzeugregistrierung wieder in Thailand aufhalten. Schei…beinkleister! Wie komme ich jetzt wieder rein in die Grenzabfertigung Richtung Malaysia? Ich frage zwei Thai-Beamten wo der Weg zur malaysischen Grenze geht. Die zeigen auf ne Durchfahrt. Ich fahre durch und bin wieder dort wo ich die falsche Abzeigung genommen habe. Wieder ohne daß irgend jemand was von mir will. Also so einfach kommt man ohne Zoll von Thailand nach Malaysia!
Weiter an der malaysischen Grenze werden die Fahrzeuge getrennt (Autos, LKW’s, Van’s und Motorräder. An der Motorradimmigration macht mir der Zollbeamte nen Stempel in den Pass und nimmt die Fingerabdrücke. Wir halten einen Smalltalk über meine weite Anfahrt aus Deutschland hierher. Das war’s mit der Immigration. Ich fahre raus aus dem Grenzgelände kann aber weit und breit keinen Zoll zur Motorrad-Registrierung sehen. Und ehe ich mich versehe bin ich auch schon auf der Autobahn in Richtung Kuala Lumpur unterwegs. Also wie in Laos wieder im Land ohne Zollschein für’s Motorrad. Das hätte den Vorteil daß ich die Bayerin ein paar Monate hier stehen lassen könnte um im nächsten Jahr weiterzufahren. Den Nachteil daß es beim Verlassen des Landes Probleme geben kann (wird).
Das Tagesziel ist die Stadt George Town auf der Insel Penang, gute 100 km weiter im Süden. Im Norden Malaysias ist die Landschaft topfeben. Reisfelder so weit das Auge reicht. Die stehen grade in saftigem grün was die Landschaft besonders schön macht. Nur am Horizont sind ein paar Berge zu sehen. Bis ich dann in Penang bin ist es Ortszeit 17 Uhr denn in Malaysia muss man im Vergleich zu Thailand die Uhr wieder um eine Stunde vorstellen. Rüber auf die Insel kommt man über eine 13 Kilometer lange Autobahnbrücke. Untergekommen bin ich in George Town im “Tipsy Tiger Party Hostel”. Party jede Nacht bis 23:30 Uhr sagt man mir beim Einchecken. Anschließend Bettruhe oder Kneipentour. Glaube ich bin mit Abstand der Älteste hier – EGAL.

 

Tag 125, Mittwoch 20.12.2017 - Georgetown auf der Insel Penang

Nach zwei Fahrtagen ist heute wieder ein Tag Pause angesagt. Das Moped bleibt stehen. Habe nach der Kneipentour gestern Abend noch einen kleinen Hangover. Am Spätvormittag laufe ich rüber zum Büro von Cakra Enterprises. Das ist ne Firma die Motorradtransporte organisiert. Habe die vor ein paar Tagen schon mal per Mail kontaktiert. Aber die organisieren nur noch Transporte nach Indonesien und verweisen mich auf ein Büro in Port Klang bei Kuala Lumpur. Am Nachmittag nehme ich mir dann die Altstadt von Georgetown vor. War zwar schon zwei Mal hier aber die ist echt toll und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. 1786 gründeten die Briten die Stadt als eine der ersten Ansiedlungen in Südost Asien, neben Singapur und Malakka. Viele der Häuser stammen noch aus der Kolonialzeit. Und wären keine Autos hier unterwegs würde das Flair der damaligen Zeit noch besser rüberkommen. Den besten Überblick auf die Stadt und die Insel bekommt man von der Dachterasse des Komtar Turmes. Der hat 68 Stockwerke und ist über 200 Meter hoch. Man kann bis aufs Festland nach Butterworth rüberschauen. Auch nen kleinen Skywalk haben die Malayen angebracht.
Ansonsten ist heute Ruhe angesagt. Wenigstens bis zum Abend wenn hier im Party Hostel wieder die Nacht zum Tag gemacht wird...

 

Tag 126, Donnerstag 21.12.2017 - Von Georgetown nach Kuala Lumpur (km 23746)

Ich habe zwar noch etwas Zeit bis zu meinem Rückflug am 30. Dezember, will aber möglichst heute noch (vor dem Wochenende) nach KL fahren zum Office von Korchina Logistics, meinem Favoriten zum möglichen Rücktransport der der Bayerin nach Deutschland. Das Office liegt westlich von KL in der Stadt Klang, nicht weit vom Port Klang wo die Containerschiffe ablegen. Bis dahin sind es knapp 400 Kilometer auf der Autobahn. Also ohne Frühstück um halb acht unausgeschlafen abfahren. Unausgeschlafen nicht weil ich wie vorige Nacht auf Kneipentour war, sondern weil hier im Hostel vor 3 Uhr früh keine Ruhe herrscht in den hellhörigen Zimmern. Wieder rüber über die 13 km lange Autobahnbrücke aufs Festland und wie vorgestern führt die Fahrt durch saftig grüne Reisfelder. In Malaysia dürfen sogar die Mopeds auf den Autobahnen fahren, müssen aber die Standspur benutzen. Die Autobahnen selbst sind in top Zustand, besser als zu Hause in Deutschland. Und Maut müssen Zweiräder auch nicht bezhalen. Da gibt's vor den Mautstationen immer so ne Art Bypass an dem man die gut umfahren kann. Halbwegs der Strecke nach KL ist die Großstadt Ipoh. Dort fährt man durch größere dschungelbewachsene Gebirgslandschaften durch. Bis ich dann it Navi, Maps.Me und Fragen das Office von Korchina Logistics in Klang finde ist es doch 14 Uhr nachmittags. Mein "Sachbearbeiter" Kalai und sein Chef John begrüßen mich und wir verziehen uns in den Konferenzraum um Details über den Rücktransport zu besprechen. Morgen will ich mich entscheiden, sage ich denen ob die Bayerin zurück muss oder hier "bleiben" darf.
Am Spätnachmittag fahre ich dann im Feierabendverkehr die 30 Kilometer nach Kuala Lumpur rein. Hatte bei der Anfahrt nach KL schon das Gefühl daß bei der schwülen Luft hier heute noch was runterkommen kann. Und tatsächlich ziehen Gewitterwolken auf und nur zwei Kilometer vor meinem Ziel fängt es an zu regnen und schüttet alsbald aus Kübeln - der Himmel öffnet seine Scleußen komplett in tropischen Gebieten. Da hilft nur noch das Moped abstellen und schnell nen Unterstand zu finden. Und so muss ich fast zwei Stunden warten bis der Regen so weit nachlässt daß man ohne Kombi weiterfahren kann. Habe mir ne Bleibe gesucht im Stadtteil Bukit Bintang. Dort sind viele Ausländer unterwegs. Hotels, Kneipen und Restaurants en Masse. Plötzlicher kommt mir ein ausländischer Biker mit einer Kawa Versys entgegen. Als er mich sieht dreht er um und fährt neben mich. "Zeit führ ein Bier?" fragt er. Ich: "Immer!". Wir halten an seiner Stammkneipe dem Havana Club und bestellen Bier. Er heißt Philipp und kommt aus der Schweiz, lebt aber schon 10 Jahre hier in KL. Ist damals als angestellter von Siemens fürh Bahnprojekte hier gelandet und mittlerweile selbststständigig um Projekte für Fahrpläne mit Eisenbahnen durchzuführen in sämtlichen Südost Asiatischen Ländern. Leider muss er morgen nach Sri Lanka weiter und hat nicht viel Zeit. Aber ne Stunde Quatschen über's Motorradfahren geht immer.

 

Tag 127, Freitag 22.12.2017 - Stempeln Gehen (km 24363)

Die Würfel sind gefallen. Habe mich entschieden die Bayerin wieder nach Deutschland zurückzuschiffen. Nicht nur wegen des günstigen Angebots von Korchina Logistics zum Preis von 750 US Dollar (ohne Hagengebühr Hamburg), sondern weil ich für eine Weiterfahrt im nächsten Jahr auch mehrere Monate veranschlagen sollte. Und die habe ich im nächsten Jahr nicht. Aber die Jungs von Korchina Logistics benötigen ein bei der Einreise gestempeltes Carnet de Passage für den Zoll in Port Klang. Und das habe ich nicht. Genauer gesagt ein Carnet schon, aber ich bin ja ohne Stempel einfach reingefahren, es wollte ja niemand was von mir. Und den Stempel bekomme ich nur an der Grenze. Heißt für mich wieder knapp 500 Kilometer nach Norden zum Grenzübergang Bukit Kayu Hitam fahren und nen Stempel ins Carnet machen lassen. Hoffentlich gibt's keinen Ärger weil ich den nicht schon vor drei Tagen bei der Einreise habe machen lassen. Also wieder mal um 6 Uhr aufstehen und um 6:45 Uhr abfahren damit ich nicht in den morgendlichen Stau von KL reinkomme. Bevor ich jedoch den Weg zum Highway finde halte ich noch schnell vor den Petronas Twin Towers um ein paar Bilder von der Bayerin zu machen. Dann nix wie raus aus der Stadt auf die Autobahn Richtung Norden (die kenne ich jetzt ja schon). Auf halber Strecke an einer Tanke laufe ich in eine größere Menge malaysischer Biker rein. Die sind auf einem Kurztrip nach Thailand unterwegs. Einer von ihnen, "Burn", gibt mir seine Nummer und wir verabreden uns für nächste Woche in KL.
Gegen 13:30 Uhr habe ich dann endlich die 500 km wieder hinter mir. Der Bayerin war's egal. Die läuft und läuft und läuft ... . Heute ist Freitag, Wochenende. Da ist hier viel los. Viele Malayen wollen nach Thailand rüber. Stecke in der Anfahrt zunächst im Stau, lasse aber das Moped etwas außerhalb stehen, nehme meine Papiere und das Carnet und marschiere zu Fuß rein. Der drite oder vierte den ich angehaut habe kann mir endlich sagen wo's hier zum Zoll geht. Irgendwann bin ich dann beim Richtigen. Die haben gar nicht bemerkt daß ich zu Fuß gekommen bin und nehmen mich mit ins Büro. Einer haut ein paar Stempel und ne Unterschrift ins jungfräuliche Carnet de Passage und wünscht mir ne gute Fahrt. Alles Bedenken von heute früh also umsonst. Da hätte ich auch in fünf Jahren wieder kommen können zum Stempeln! Es ist unglaublich wie manche Grenzen hier sperrangelweit offen sind. In den osteuropäischen Ländern ist das viel strikter geregelt. Da bekommst du erst dann einen Passierschein wenn alle Formalitäten erledigt sind. Und ohne Passierschein kannst du das Grenzgelände nicht verlassen. Hier juckt es niemanden ... . Sicherheitshalber schließe ich noch eine Versicherung für's Moped ab, schadet ja nicht und kostet nur 18 Euro für nen Monat. Das Büro befindet sich gleich im Gebäude nach der Grenze. Für den Abschluss aber will die freundliche Dame das Carnet sehen - also keine Versicherung ohne Carnet!
Habe mit Korchina Logistics abgemacht daß sie das Moped am 27. Dezember bekommen. Bis dahin sind's noch ein paar Tage. Und Weihnachten steht auch vor der Tür. Und hier im Norden Malaysias ist die Urlaubsinsel Langkawi gleich vor der Küste. Was liegt also nächer als dort Weihnachten in der Sonne zu verbringen. Leider ist die letzte Autofähre in Kuala Perlis für heute schon abgefahren als ich am Pier ankomme. Heißt für mich 15 km zurück fahren ins Provinznest Kangar und dort zu nächtigen (Sri Garden Hotel).

 

Tag 128, Samstag 23.12.2017 - Ab auf die Insel Langkawi (km 24402)

Im Dezember und Januar ist Regenzeit in Malaysia, besonders an der Ostküste. Da verwundert es nicht, daß heute früh der Himmel seine Schleußen öffnet und es gießt wie aus Kübeln. Habe jedoch keine Eile da die Fähre erst um 1 Uhr nachmittags abfährt. Als der Regen gegen 10 Uhr nachlässt fahre ich wieder die 15 km zurück zur Küste nach Kuala Perlis. Für Motorräder über 500 ccm kostet die Hin- und Rückfahrt auf der Fähre 190 Ringit, etwa 38 Euro. Moderater Preis wenn man bedenkt daß die Fahrt etwa 2 Stunden dauert. Die Reservierung für die Rückfahrt am 26. Dezember habe ich auch gleich erledigt. Will nicht meinen Rückflug und das Containerschiff für die Bayerin verpassen. Kaufe mir noch ne malaysische SIM-Karte damit Kontakt zu Korchina Logistics halten kann. Denn die sollen ja mein Moped in den Container bringen. Leider fängt es wieder zu regnen an und auch während der Überfahrt nach Langkawi ist schlechtes Wetter. Wenigstens hat der Regen auf der Insel aufgehört und ich kann in Ruhe nach ner Bleibe suchen. Am Cenang Beach im Süd-Westen der Insel gibt's die meisten Unterkünfte denn hier spielt sich das Strand- und Nachtleben ab. Über Weihnachten sind natürlich fast alle Zimmer ausgebucht und reserviert habe ich nicht. Aber nach ner guten Stunde herumfahren und suchen bin ich dann doch fündig geworden im Kampung Guesthouse. Das Zimmer ist zwar nicht direkt am Strand (kann man nicht bezahlen) sondern 200 Meter weg auf der anderen Seite der Beach Road. Wenigstens ist es hier ruhig. Obwohl ich heute nur 39 Kilometer gefahren bin, bin ich am Abend kaputt wie nach 639 Kilometern.

 

Tag 129, Sonntag 24.12.2017 (Heiligabend) - Inselrundfahrt (km 24501)

Heute früh muss ich dringend das Word-Dokument "Commercial Invoice Packing List" erstellen und meiner Moped-Spedition zumailen. Dieses Dokument ist die Zollerklärung über alle Dinge die nicht zum Motorrad gehören aber mit verschifft werden sollen. Gegen Mittag bin ich dann endlich damit fertig und schwinge mich auf die BMW zu einer Inselrundfahrt. Langkawi ist mit 40 km Länge und 30 km Breite nicht grade klein aber längst nicht so dicht besiedelt wie Phuket. Also auch wesentlich weniger Verkehr - gut so! Die Strände abseits des Tourismus sind hier noch relativ wenig bevölkert. Der "Pantai Tanjung Rhu" Strand im Nordosten gelegen ist besonders schön mit seinen vorgelagerten Inseln. Man kann bis Koh Tarutao nach Thailand rüberschauen. Den besten Überblick auf die Insel hat man vom "Gunung Raya". Das ist ein 881 Meter hoher Berg in der Mitte. Und da führt ne Straße rauf. Auch gut so, die erklimmt die Bayerin mit Leichtigkeit. Am heutigen Heiligabend ist hier am Strand die Hölle los. Da feiert jeder den "Christmas Eve". Und kurz vor Zwölf läuft der Countdown als wäre es Silvester schon.

 

Tag 130, Montag 25.12.2017 - Ruhetag am Meer

Heute gibt's aber auch gar nix zu erwähnen. Das Moped bleibt stehen und rührt sich nicht. Ich sitze den halben Tag in einer Strandkneipe und schaue auf's Meer raus. Das war's!

 

Tag 131, Dienstag 26.12.2017 - Von Langkawi nach Ipoh (km 24840)

Der Kurzurlaub am Meer ist jetzt vorbei. Heute geht's wieder Richtung Hauptstadt Kuala Lumpur. Das Rückfahrticket mit der Langkawi AutoExpress Fähre habe ich gleich vor der Hinfahrt bezahlt und reserviert damit ich auch sicher hier wegkomme. Ab elf Uhr vormittags ist einchecken. Da muss man beim Zoll vorreichten. Deshalb weil Langkawi als Insel eine zollfreie Zone innerhalb Malaysias ist. Aber die schauen sich das Gepäck nicht an und fragen nur ob ich Alkohol oder Zigaretten dabei habe. Hab ich  nicht denn das Bier wird warm und Rauchen tu ich auch nicht. Anschließend warten vor der Fähre. Vor mir hält ein dunkler AMG Mercedes und ein junger Malaye steigt aus. Er spricht super englisch und wir unterhalten uns. Er arbeitet für eine Firma die Bauprojekte leitet und ist auf dem Weg in die Heimat aufs Festland. Den AMG kann er sich momentan nur auf der Insel Langkawi leisten. Deshalb weil er den hier zollfrei gekauft hat. Auf dem Festland müsste er nochmals 200% Luxussteuer bezahlen. D.h. die Karre wäre dann drei mal so teuer! Wenn er das Geld hat wird das Auto verzollt und kann dauerhaft auf dem Festland bleiben. So muss er es hauptsächlich auf der Insel lassen. Gleich neben mir auf der Fähre parkt ein "Alter Schwede". Es ist Orvar Eliasson. Er ist (rüstiger) Rentner und fährt mit seiner BMW F800 GS um die Welt. Süd- und Nordamerika hat er schon abgefahren, jetzt ist er in Asien unterwegs und will anschließend sein Motorrad nach Neuseeland fliegen lassen. Die MAL (Malaysian Airlines) hat da wohl ganz gute Preise. Hoffe daß ich als Rentner mal genauso rüstig bin ...
Gegen 15 Uhr bin ich dann endlich von der Fähre runter und alsbald auf der Autobahn Richtung Süden, Richtung KL. Die 500 Kilometer werde ich heute nicht schaffen (wollen). Denn nachts fahren und spät nachts ankommen will ich nicht. Wie fast jeden Nachmittag während der Regenzeit ballen sich auch heute immer wieder einzelne Gewitterzellen wie aus dem Nichs innerhalb von 20 Minuten zusammen um sich anschießend als Tropenschauer zu entladen. Also halten unter einer Brücke (wie zu Hause auch) und Regenkombi anziehen. Und das bei 100% Luftfeuchtigkeit und über 30 Grad im Schatten. Da wirst du von Innen fast genauso naß wie von Außen! Nach etwa 300 km kurz vor Sonnenuntergang dann Abfahrt vom Highway in der Nähe der Großstadt Ipoh. Das Pulai City Hotel habe ich auch schnell gefunden gleich neben der Abfahrt.

 

Tag 132, Mittwoch 27.12.2017 - Von Ipoh nach Kuala Lumpur (km 25044)

Letzte Etappe der Reise steht an. Es sind noch knapp 200 Kilometer zurück nach Kuala Lumpur zu bewältigen. Aber es regnet wieder mal heute früh sodaß sich die Abfahrt um zwei Stunden verzögert. Für die letzte Fahrt hätte ich schon gern schönes Wetter. Und der Tachometer zeigt an, daß heute auch noch die 25000 Kilometer Marke fällt. Dank des Zurückfahrens an die Grenze zum Stempeln gehen. Das waren fast 1000 km alleine. Als die Marke fällt fahre ich runter von der Autobahn und lege ne Gedenkminute ein und mache natürlich ein Foto des Kilometerzählers: der zeigt exakt 46587 an. Bei Abfahrt waren es 21587. Somit beträgt das Tagesmittel über die 132 Tage seit Beginn der Reise 190 Kilometer, Nichtfahrtage mit eingerechnet. Was ich nicht gedacht hätte ist, daß sowohl der erste Vorderreifen und der erste Hinterreifen noch drauf sind. Vorn hat der Pirelli Scorpion Trail II noch ca. 3 mm Profil und hinten der Heidenau K60 noch etwa 2 mm. Alle Achtung !!!
Kurz vor Erreichen des Ziels lasse ich noch ein paar Liter Sprit in den Tank. Jedoch nicht volltanken da der Tank für den Schiffstransport max. 1/3 gefüllt sein darf. In Malaysia zu tanken macht richtig Spaß, kostet der Liter ja nur etwa 40 Cent. Da kann man locker mal 1000 km dranhängen. Mein erstes Ziel in KL sind natürlich nochmals die Petronas Twin Towers, beste Kulisse für ein paar Beweisfotos. Anschließend wieder Einchecken im ZEN Guesthouse in Bukit Bintang wie vor ein paar Tagen schon. Vor der Dämmerung schwinge ich mich aufs Moped und fahre nochmals zu den Twin Towers für ein paar Nachtaufnahmen. Eine Fahrt steht allerdings noch bevor: die 20 km nach Klang zu Korchina Logistics die mein Bike übermorgen in Empfang nehmen und nach Hamburg verschiffen sollen.

 

Tag 133, Donnerstag 28.12.2017 - Ruhetag in Kuala Lumpur

Muss mein Gepäck heute sortieren. Sprich die Dinge die ich im Flieger mit nach Hause nehme von denen die mit verschifft werden sollen. Ansonsten: Relaxen und das heiße Wetter nochmals genießen.

 

Tag 134, Freitag 29.12.2017 - Verabschiedung von der Bayerin (km 25112)

Heute ist der Tag gekommen an dem ich mich von der Bayerin verabschieden muß. Wird mir etwas schwer fallen da sie mich die vergangenen 134 Tage treu begleitet hat. Ich hoffe nur, daß alles mit dem Transport nach Hamburg klappt. Außerdem muß ich wieder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Bis zur Vorstadt "Klang" westlich von KL wo meine koreanische Logistikfirma "Korchina" ihr Büro hat sind es etwa 30 Kilometer. Auf der Stadtautobahn ne gute halbe Stunde. Dort wartet mein Sachbearbeiter Kalai schon auf mich. Sein Chef John und er machen die Fracht-Papiere fertig. Ich muß ihnen für den Zoll leider mein Carnet de Passage dort lassen. Passt bloß gut auf das Ding auf und schickt es mir per Luftpost zu wenn der Zoll den Stempel reingehauen hat, impfe ich denen ein. Denn ich habe für das Papier 3000 Euro Kaution hinterlegt! Als die Papiere dann fertig sind fährt Kalai mit seinem Auto mir voraus zum "Warehouse" wo die Bayerin verpackt und anschließend zum Hafen zum Verzollen gebracht wird. Das sind nochmals fast 20 Kilometer zu fahren. Also wir endlich dort sind zeigt der Tacho 46699 km an. Also bin ich jetzt insgesamt 25112 Kilometer gefahren. Für den Versand muß noch der Sprit aus dem Tank abgelassen werden und die Batterie ausgebaut. Den Sprit schenke ich den Arbeitern des Warehouse, mitnehmen kann ich ihn eh nicht. Ein Wermutstropfen ist die neue Batterie die ich erst vor zwei Wochen in Phuket habe einbauen müssen. Denn im Flugzeug darf ich sie nicht mitnehmen und auch in ausgebautem Zustand in der Kiste mit der BMW nicht. Denn mit Batterie, so sagt man mir, fällt die Fracht in eine andere Gefahrgutklasse was das ganze wesentlich verteuert. Also bleibt die neue Batterie halt hier. Anschließend bringt mich Kalai zum Bahnhof von Klang wo ich den Vorortzug nach KL Sentral nehme, den Hauptbahnhof von KL. Und wenn ich schon mal da bin kaufe ich mir gleich ein Ticket für den Schnellzug zum Flughafen morgen Abend.

 

Tag 135, Samstag 30.12.2017 - Rückflug und Résumé (Statistisches)

Hat man wie ich einen Rückflug am Abend dann verbringt man den Tag in der Regel mit Warten. Gibt mir die Gelegenheit ein paar statistische Zahlen zu ermitteln für ein Résumé:

Gefahrene Kilometer 25112 (einschl. Nichtfahrtage)
Dauer der Reise (Tage) 135
Damit Tagesmittel gefahrene km 186  (einschl. Nichtfahrtage)
Verbrauchter Sprit (Liter) 1235 (etwa 9 Badewannen voll)
Durchschnittsverbrauch (a 100 km) 4,91 Liter
Höchster Pass (Meter) 4696 (Rabbit Mountain, Osttibet)
Niedrigster Punkt (Meter) 1 (Meereshöhe in Phuket am Strand)
Höchste Tagesfahrleistung (km) 700 (etwa)
Anzahl Fahrstunden ? (keine Ahnung)
Anzahl Unfälle 1 (unverschuldet)
Anzahl Motorradumfaller 3 (2x im Schnee, 1x aus Dummheit)
Anzahl "Umleger" 1 (konnte sie nicht mehr halten, dann hab ich sie "abgelegt")
Anzahl Reifen-Plattfüsse 0 (KEINEN EINZIGEN !!!)
Anzahl Reifenwechsel 0 (Vorder- und Hinterreifen haben durchgehalten!!!)
Anzahl Reparaturen ? (Viele Schweißarbeiten, Thermostat kaputt, Batterie kaputt, Aluhalter bei Unfall, Schutzblech hinten)
Anzahl durchfahrene Länder 11 (ohne Deutschland)
Durchfahrene Klimazonen 4 (gemäßigte Zone, Wüstenklima, arktisches Klima, tropisches Klima)
Durchfahrene Zeitzonen 7
Kosten ??? (noch nicht ermittelt)

Freitag 16.02.2018 - Die BMW ist auch wieder daheim

6 Wochen später als ich kehrt dann auch die Bayerin wieder nach Deutschland zurück. Die Logistikfirma metzger hat sie am Hamburger Hafen abgeholt und sie nach Neu-Kupfer gebracht wo ich sie in Empfang nehmen kann. Dann noch schnell beim Zoll um die Ecke vorbeischauen und das Carnet de Passage abstempeln lassen damit ich auch meine 3000 Euro Kaution wieder bekomme. Anschließend wir sie mit dem Anhänger nach Hause gefahren. Die Kiste in der sie transportiert wurde baue ich außeinander und nehme sie vorsichtshalber mit. Vielleicht brauche ich die mal wieder, immerhin hat sie auch Geld gekostet. A propos "Geld". Der Rücktransport war doch teurer als erwartet. Die Abwicklung, Verpackung, Verzollung und Verschiffung von Malaysia bis nach Hamburg hat die Fa. Korchina erledigt und ca 750 US Dollar kassiert. Aber daß die Hafengebühren und der Transport von Hamburg nach Schwäbisch Hall etwa 1000 Euro kostet ist schon der Hammer !!

 

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2 thoughts on “World-Tour 2017 – Malaysia

  1. Manfred

    Hartmut, Guten Heimweg.
    Wird ja wohl auch noch klappen.
    Liebe Grüße von Manfred und Heike

  2. Harald

    Ein sehr anschaulicher und spannender Reisebericht. Ich habe ihn in einem Rutsch durchgelesen, absolut empfehlenswert! Er zeigt die spannenden und positiven Aspekte, beschreibt aber auch die bei einer solchen Reise unvermeidlichen negativen bzw. Schwierigen Aspekte? Ich konnte regelrecht mitfiebern. Es macht Appetit auf solche Abenteuer, andererseits kann ich abschätzen, dass es letzlich für mich nicht in Frage käme. Zuviel Sterss, Anstregung und nicht zuletzt Probleme dirch unvorhersehbare Ereignisse. Um solche Sachen durchzuführen, muss man halt auch eine entsprechende Abenteurer-Mentalität haben. Ich kann das bewundern und respektieren, ich bleibe aber lieber in einem überschaubareren Bereich und Zeitaufwand. In Europa gibt es auch viele Landschaften und Klimazonen und spannende Strecken. An die werde ich mich halten. Trotzemd, Hut ab vor solchen Abenteuren und Reisen. Danke für den tollen Bericht, er war für mich troz der Einschränkung sehr motivierend. Ich werde auf jeden Fall die Berichte von Hatsche weiter verfolgen. Gruß Harald aus Frankfurt am Main

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